Nicht nur Papst-Wahl in der Kirche

Ob sie in Krankenhäusern oder Altenheimen, Sozialstationen oder Beratungsstellen, Pfarrämtern oder anderen Einrichtungen der katholischen Kirche arbeiten: insgesamt rund 70.000 Beschäftigte aus der ganzen Diözese Münster sind aufgerufen, in der Zeit vom 1. März bis 31. Mai 2013 neue Mitarbeitervertretungen zu wählen.

Mitarbeitervertretungen sind so etwas wie Betriebsräte in kirchlichen Einrichtungen. Zurzeit gibt es im Bistum Münster 661 dieser Interessenvertretungsgremien. Diese Diözese hat damit die meisten Mitarbeitervertretungen aller Bistümer in Deutschland. Das heißt auch, dass es derzeit hier nur ganz wenige kirchliche Einrichtungen gibt, die ohne Mitarbeitervertretung sind.

"Die Arbeit der Mitarbeitervertretungen ist in den vergangenen Jahren immer vielfältiger und verantwortungsvoller geworden, ihre Aufgabe als mit gestaltende Betriebspartei hat an Bedeutung gewonnen" – Petra Grütering, Vorsitzende der Diözesanen Arbeitsgemeinschaft der Mitarbeitervertretungen im Bistum Münster, spricht aus langjähriger Erfahrung: "Durch die immer schlechter werdenden Arbeitsbedingungen in vielen sozialen Einrichtungen, ausgelöst durch eine mangelnde staatliche Refinanzierung, sind die Anforderungen an die Mitarbeitervertretungen und an jedes einzelne Mitglied in diesem Gremium erheblich gewachsen". Wie im weltlichen Bereich müssten die kirchlichen Arbeitnehmervertreter sich immer mehr um existenzielle Probleme ihrer Kollegen kümmern.

"Um so wichtiger ist es, dass sich nun viele Kollegen und Kolleginnen für die Wahl als Kandidaten aufstellen lassen und möglichst viele Mitarbeiter auch zur Wahl gehen", ruft Grütering auf. Die Mitgestaltung der Arbeitsbedingungen in kirchlichen und caritativen Einrichtungen dürfe nicht den Arbeitgebern allein überlassen werden.

Text: DIAG Münster / Martin Wißmann
Kontakt: diag[at]muenster.de