
Bruder Konrad Schneermann und Schulseelsorger Stephan Orth segneten die neuen Unterrichtsräume.
An der kurzen Feierstunde nahmen neben den Oberstufenschülern auch Vertreterinnen und Vertreter der Bau- und Schulabteilung des Schulträgers, des Bistums Münster, sowie Vertreter des Büros „Kuckert Architekten“ aus Münster sowie Eltern- und Schülervertretungen. Die Einweihung war eingebettet in eine kurze Andacht, die Schulseelsorger Stephan Orth und der frühere Schulseelsorger Bruder Konrad Schneermann leiteten.
Schulleiter Dr. Jonas Rickert begrüßte die Gäste und stellte die Bedeutung des Tages in einen größeren Zusammenhang: „Heute feiern wir die Eröffnung unseres sanierten Schulgebäudes B – und das in einem Jahr, in dem unsere Schule ihr 80-jähriges Bestehen begeht.“ Mit Blick auf die vergangenen Monate erinnerte er an die Herausforderungen der Bauzeit: Übergangslösungen, Planungen und Improvisation hätten den Alltag geprägt. Umso größer sei nun die Freude über das Ergebnis. „Aus einem alten, in die Jahre gekommenen Haus ist ein moderner Lernort geworden, der unseren jungen Menschen Raum gibt, sich zu entfalten“, sagte Rickert.
Er dankte dem Bistum Münster, dem Architekturbüro Kuckert, den Ingenieuren, Bauunternehmen und Handwerkern sowie allen Mitarbeitenden der Schule für ihr Engagement. Auch Eltern und Schülerinnen und Schüler hätten durch Geduld und Flexibilität maßgeblich zum Gelingen beigetragen. An die Oberstufenschülerinnen und -schüler gewandt, betonte Rickert die besondere Bedeutung der neuen Räume: „Dieses Gebäude gehört vor allem euch. Nun liegt es an Euch, die Räume mit Neugier, Kreativität und Gemeinschaftsgeist zu füllen.“ Ziel sei es, dass das sanierte Gebäude ein Ort werde, „an dem Zukunft entsteht – Tag für Tag“.
Schulseelsorger Orth setzte mit einem Impuls einen nachdenklichen Akzent. Er griff aktuelle politische Entwicklungen auf und stellte die Frage, wo Religion ende und ihr Missbrauch beginne. Bezugnehmend auf Aussagen politischer Verantwortungsträger machte er deutlich, dass religiöse Sprache nicht zur Rechtfertigung von Gewalt dienen dürfe. Orth zitierte dabei Worte des Münchener Kardinals Reinhard Marx, der davor gewarnt hatte, den christlichen Glauben für Gewalt und politische Machtinteressen zu instrumentalisieren.
Gleichzeitig verwies der Schulseelsorger auf die besondere Verantwortung einer kirchlichen Schule. Bildung sei ein zentraler Schlüssel gegen Extremismus und Missbrauch von Religion. „Das beste Mittel gegen den Missbrauch von Religion ist religiöse Bildung, das beste Mittel gegen den Missbrauch von Demokratie ist demokratische Bildung“, sagte Orth. Gerade an einem Ort wie dem Kardinal-von-Galen-Gymnasium werde dieser Auftrag seit Jahrzehnten gelebt.
Ann-Christin Ladermann

