Ökumenischer Runder Tisch zum Thema Pachtpreise
Der soziale Frieden auf dem Land darf durch explodierende Pachtpreise nicht gefährdet werden.
In diesem Punkt waren sich Referenten und Teilnehmer beim ‚Ökumenischen Runden Tisch Münsterland und Tecklenburger Land‘ in Saerbeck einig. Doch die Konkurrenz und der Wettbewerb um freie Flächen wird größer. Um den Ist-Zustand zu erläutern und möglicherweise nach Lösungen zu suchen, hatten die Regionalverbände von KLB, KLJB, Landfrauen, das Bistum Münster sowie das Institut für Kirche und Gesellschaft der evangelischen Kirche von Westfalen zu einem Diskussionsforum eingeladen.
Die Bodenpreise sind in den vergangenen Jahren hochgeschnellt – und damit auch die Pachtpreise. Im Durchschnitt, sagte Dorothee Gerleve-Ost von der Kreisstelle Steinfurt der Landwirtschaftskammer NRW in einer kurzen Einführung, wurden im Regierungsbezirk Münster im Jahr 2013 540 Euro pro Hektar gezahlt. 1999 waren es 350 Euro. Aktuell liegen die Preise noch einmal deutlich höher. Grund dafür sei der Verlust von landwirtschaftlichen Flächen durch den Bau von Straßen und die Ausweisung neuer Bau- und Gewerbegebiete. Zu den Verpächtern von Agrarflächen gehören auch die Kirchen. Allerdings weniger das Bistum Münster als vielmehr die Kirchengemeinden vor Ort, erklärte Generalvikar Norbert Kleyboldt. Er saß als Referent unter anderm neben dem Superintendenten für den Kirchenkreis Tecklenburg, André Ost, am Runden Tisch.
Der Generalvikar machte deutlich, dass er sehr wohl um die schwierige Situation vieler Hofbesitzer wisse: "Der Druck auf die Landwirte, die ihren Betrieb als Broterwerb führen wollen, wird immer stärker." Auch wenn das Bistum aufgrund der dezentralen Verwaltung keinen Einfluss auf die Verpachtung der pfarreieigenen Grundstücke habe, so gebe es doch eine Leitlinie vor. Familienbetriebe sollen zum Beispiel unterstützt und Monokulturen verhindert werden, nannte Kleyboldt einige der Vorgaben. Strikt wandte sich der Generalvikar gegen die Versteigerung von Pachtflächen. Ähnliche Ziele hat sich auch die evangelische Kirche gesetzt, bestätigte Michael Wegers vom Kirchenkreis Tecklenburg. Der Anbau genmanipulierter Pflanzen auf Kirchenland sei verboten. Dies werde mit den Pächtern vertraglich vereinbart.
Bei allem Bemühen, Kleyboldt zeigte sich in der Debatte überzeugt, dass nicht alleine die hohen Pachtpreise der Grund für die existenziellen Sorgen der Bauern sind: "Um die Zukunft der Landwirtschaft zu sichern, muss man neu denken." Dies sei aber eine gesellschaftlich-politische Frage, an der sich die Kirche auf anderer Ebene gerne beteiligen werde.
Foto: Generalvikar Norbert Kleyboldt (Zweiter von rechts) nahm an einem Diskussionsforum des ‚Ökumenischen Runden Tisches Münsterland und Tecklenburger Land‘ zum Thema Pachtpreise teil.
Text: Bischöfliche Pressestelle / 18.02.16
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