Ordensforum 2013
"Was wissen wir voneinander?" - "Wie nutzen wir unsere Chance, Weltkirche in unseren Gemeinschaften wirklich erlebbar zu machen?" - Diese und ähnliche Fragen standen im Vordergrund des "Ordensforums 2013", zu dem die Abteilung Orden, Säkularinstitute und Geistliche Gemeinschaften im Bischöflichen Generalvikariat in Münster am Samstag (9. März 2013) Ordenschristen aus dem Bistum eingeladen hatte.
"Internationales Ordensleben bei uns?!" hatte das Team rund um Ordensreferentin Hannah Schulz zum Thema dieses auf Austausch und Begegnung angelegten Tages im Marienhaus der Mauritzer Franziskanerinnen in Münster gemacht: Vertreter zahlreicher Kulturen und Kontinente leben in der Diözese Münster, als eigenständige Konvente, mit deutschen Orden gemeinsam oder als internationale Mitglieder der Gemeinschaften.
So unterschiedlich ihre Ordenskleidung ist, so vielfältig sind die Kulturen, aus denen sie stammen. Die Fragen, die sich beim Zusammenleben der Inder, Franzosen, Amerikaner oder Afrikaner mit den deutschen Ordensleuten im Münsterland ergeben, wurden an zehn Informationsständen thematisiert. Ordensgemeinschaften stellten sich vor und boten damit jeweils einer kleinen, bunt gemischten Gruppe den Einstieg für Fragen und Antworten rund um Unterschiede und Gemeinsamkeiten, aber auch um Sorgen oder Probleme im Alltag.
Eine aus Kalifornien stammende Ordensfrau beschrieb ihr Rezept der Integration in Deutschland so: "Man braucht viel Humor!". Das bestätigten andere Mitschwestern: Pünktlichkeit und "sehr genaues Putzen", für alles ein Zertifikat und die absolute Korrektheit seien manchmal schwer nachzuvollziehen. "Wenn man aufgrund von Sprachunsicherheiten Dinge anfangs nicht so gut verdeutlichen kann, wird gleich angenommen, dass man sie eben nicht beherrsche", erinnert sich eine ältere Ordensfrau, inzwischen darüber lächelnd, an ihre erste Zeit in Deutschland.
Was für die Menschen hierzulande normal ist, müssen Zuziehende oft erst allmählich verstehen. "Mir hat vor allem die Art, in Deutschland Weihnachten zu feiern, zuerst viel Heimweh nach meiner Heimat Schlesien bereitet", erinnert sich eine ältere Ordenschristin an verlorene Bräuche, während ihre kalifornische Mitschwester den Tannenbaum, die winterliche Kälte und vor allem die echten Kerzen den heimischen, "eher kitschigen" Blinklichtern vehement vorzieht.
Momentaufnahmen waren es zwar nur, die in den Gruppen aufblitzten, doch die zum Teil ernsten Fragen nach dem Angenommen-Sein oder der Toleranz bei unterschiedlichsten Vorstellungen von Frömmigkeit, Spontaneität oder Freiheiten lösten so manche Nachdenklichkeit aus. "Wir möchten, dass Sie zufrieden mit uns und bei uns leben", so hatten es die Organisatoren zu Beginn gesagt. Beim internationalen mittäglichen Picknick, beim gemeinsamen Gottesdienst – Liederhefte mit Lautschrift erlaubten das Mitsingen der im indischen Ritus gefeierten Messe – und nicht zuletzt bei den lockeren Begegnungen mit der Kaffeetasse in der Hand spürten die Teilnehmenden einen Hauch von Vernetzung und Weltkirche: "Wir könnten dafür ein prophetisches Zeichen sein". Ein Zeichen, das viel guten Willen und eben auch eine dicke Prise Humor braucht.
Text/Foto: pbm
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