„Paulus“ eröffnete Musica Sacra im St.-Paulus-Dom

, Stadtdekanat Münster

Musikalisch gewaltig und berührend zugleich ist jetzt das Festival für geistliche Musik in Münster, Musica Sacra, im St.-Paulus-Dom in Münster eröffnet worden. „Paulus“, das Oratorium von Felix Mendelssohn-Bartholdy erklang und erfüllte den Kirchraum auf besondere Weise. Die Musik hüllte das Publikum wahrlich ein, und nahm es mit in die Geschichte des Apostels Paulus – Namenspatron der Münsteraner Kathedrale. 

Unter Leitung von Domkapellmeister Alexander Lauer musizierten die Capella Ludgeriana - Knabenchor am Dom, der Mädchenchor am Dom, der Domchor St. Paulus, das Sinfonieorchester Münster, Jan Niklas Niehaus an der Orgel, sowie die Solisten Robyn Allegra Parton (Sopran), Magdalena Hinz (Alt), Fritz Steinbacher (Tenor) und Thomas Laske (Bass).  

Die Zuhörenden im St.-Paulus-Dom erlebten die Geschichte der Umkehr vom Saulus zum Paulus hautnah mit. Passagen der Chöre wechselten sich ab mit denen der Solisten, mal eindringlich, mal zart, mal flehend, mal entschlossen – und wenn alle Musiker und Sänger Instrumente und Stimmen gemeinsam – auf das kleinste Detail koordiniert und abgestimmt von Alexander Lauer - erklingen und erschallen ließen, besonders dann waren im Publikum geschlossene Augen, andächtige Gesichter und Körper, die sich zum Klang der Musik wiegten zu beobachten. Und da war Lächeln – das Zeichen, dass die Musik nicht nur Ohren berühren kann, sondern auch und an diesem Abend ganz besonders auch die Seele. 

Diese herausragende Leistung quittierte das Publikum nach gut zwei Stunden mit stehenden Ovationen – Lohn auch für die fünfmonatige intensive musikalische und theologische Vorbereitung der mehr als 200 Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen aus den Chören der Dommusik und der Musiker des Sinfonieorchesters Münster. 

Blick auf den Chor, die Solisten und das Orchester im Dom

Musikalisch gewaltig und zugleich berührend ist am Freitag das Festival für geistliche Musik in Münster, Musica Sacra, eröffnet worden. Im St.-Paulus-Dom erklang „Paulus“, ein Oratorium für Soli, Chor und Orchester von Felix Mendelssohn-Bartholdy.

© Bistum Münster

Das Oratorium Paulus erzählt die Geschichte des Apostels Paulus von seiner Zeit als Christenverfolger bis zu seiner Bekehrung und seinem Wirken als Missionar. Zu Beginn erlebt man die Steinigung des Stephanus, bei der Saulus – der spätere Paulus – zustimmt und die junge christliche Gemeinde verfolgt. Auf dem Weg nach Damaskus wird Saulus durch eine Erscheinung Christi überwältigt, erblindet und schließlich bekehrt, woraufhin er sich taufen lässt und den Namen Paulus annimmt. Im weiteren Verlauf verkündet Paulus trotz Widerständen, Verfolgung und Gefangenschaft das Evangelium und gewinnt zahlreiche Menschen für den christlichen Glauben. Das Werk endet mit der Botschaft, dass Gottes Gnade Menschen verändern kann, dass ein konkreter Moment Wahrnehmung und Richtung verändern kann. Und: Der Glaube hat auch in Leid und Anfechtung Bestand.

Musica Sacra, das Festival für geistliche Musik in Münster findet in diesem Jahr bereits zum siebten Mal statt und steht unter dem Motto „Visionen“. Adaptiert auf das Eröffnungs-Oratorium kann man sagen: Es könnte besser kaum passen. Denn: In der Geschichte des Paulus ist nicht ein Traum der Anlass der Bekehrung. Vielmehr ist es ein konkreter Moment, der richtungsändernd, der eine neue Überzeugung ist. Daraus entwickelt sich eine neue Sicht auf die Welt, der Paulus folgt: Er wechselt seine Perspektive und das zwingt ihn zum Handeln, einem Handeln, das nicht ohne Risiko ist. Und so blieb nach dem Eröffnungskonzert vielleicht die Frage für das Publikum: Was bin ich bereit zu riskieren, wenn ich glaube, etwas erkannt zu haben?

„Musik, die den Blick über alles Schwere und Alltägliche dieser Welt hinaushebt: Dazu lädt Musica Sacra, das Festival für geistliche Musik in Münster, noch bis Sonntag, 31. Mai, ein. Veranstalter sind das Bistum Münster, das Theaters Münster/Sinfonieorchester Münster sowie der Evangelische Kirchenkreis Münster. Auf ihre Initiative hin versammelt das Musical zum siebten Mal Chöre, Orchester, Solistinnen und Solisten aus Münster und weit darüber hinaus. Unter dem Leitwort „Visionen“ umfasst das Programm Konzerte, liturgische Feiern und innovative Angebote wie den Orgelspaziergang durch die Innenstadt. Domkapellmeister Alexander Lauer hat das Festival mehr als ein Jahr lang mit Generalmusikdirektor Golo Berg vom Theater Münster und Kreiskantor Konrad Paul vom Evangelischen Kirchenkreis und der Apostelkirche geplant und vorbereitet. Dabei unterstützen Mitarbeitende aller beteiligten Institutionen das Trio“, heißt es auf der Website des Festivals. Weitere Infos zum Programm sind dort ebenfalls zu finden: MUSICA SACRA – Festival für geistliche Musik in Münster.

Text: Julia Geppert/Fotos: Marius Jacoby