Am 26. August wurde das neue Museum in Münsters Innenstadt im Beisein von Münsters Bischof Dr. Heiner Wilmer, der NRW-Ministerinnen Ina Brandes und Dorothee Feller sowie weiteren Vertreterinnen und Vertretern aus Kirche, Kultur und Stadtgesellschaft feierlich eröffnet. Für Gesprächsstoff sorgte dabei besonders ein Trikot des FC Bayern München, das ein Junge nach einem Spiel gegen den SC Preußen Münster bekommen hatte. Kulturministerin Ina Brandes, bekennende Borussia-Dortmund-Anhängerin, nahm das Exponat mit Humor. Zugleich zeigt es, worum es im PAULUS-Museum geht: um die Bedeutung, die Menschen Dingen geben.
Das PAULUS-Museum ist eröffnet
, Bistum Münster
Was hat ein Fußballtrikot im Museum zu suchen? Und warum steht ein mittelalterlicher Paulus-Kopf gleich neben zeitgenössischen Werken? Wer das neue PAULUS-Museum am Alten Steinweg in Münster betritt, merkt schnell: Hier geht es nicht darum, sakrale Kunst möglichst ehrfürchtig hinter Glas zu präsentieren. Hier sollen Geschichte und Gegenwart miteinander ins Gespräch kommen.
Im Mittelpunkt des Museums steht der Domschatz. Kostbare Kunstwerke und liturgische Geräte aus Jahrhunderten treffen auf moderne Objekte. „PAULUS lohnt sich, weil Paulus uns etwas zu sagen hat“, sagte Bischof Wilmer und lud damit zu einem Besuch der Eröffnungsausstellung „Ich gehe, aber wohin?“ ein. Für ihn geht es auch um aktuelle Fragen: „Wie geht Vielfalt? Wie geht Zusammenhalt in der Gesellschaft?“ Sein Highlight bei einem ersten Rundgang durch die neuen Räume waren die Figuren, die einst auf dem Lettner des Doms, der hölzernen Trennwand zwischen Chorraum und Kirchenschiff, standen, im Zweiten Weltkrieg zum Schutz vergraben wurden und nun wieder sichtbar sind.
Neun Jahre lang war der Domschatz in ein Depot in Köln ausquartiert. 2017 musste die alte Domkammer schließen, weil die baulichen Bedingungen für die Lagerung und Präsentation der teilweise Jahrhunderte alten Kunstschätze nicht mehr ausreichten. Erst im vergangenen Jahr waren Teile des Schatzes wieder in einer Sonderausstellung im Dom zu sehen; weitere Ausstellungen führten unter anderem nach Paderborn und Cleveland.
Nun hat der Domschatz ein dauerhaftes Zuhause – bewusst nicht direkt am Dom. Dompropst Hans-Bernd Köppen erinnerte bei der Eröffnung, die musikalisch von Sängerinnen und Sängern der Dommusik und dem Streicherensemble STRINGent unter der Leitung von Domkapellmeister Alexander Lauer gestaltet wurde, an die anfängliche Skepsis: „Wie kann man denn vom Dom weggehen? Das geht gar nicht. Ein Dommuseum gehört an den Dom.“ Doch genau der Schritt in die Stadt sei schließlich zur Idee geworden. Man wolle „in den Dialog“ mit der Stadtgesellschaft gehen.
Münsters Oberbürgermeister Tilman Fuchs sieht darin eine besondere Verbindung von Stadt und Kirche. „Heute entsteht hier wieder ein Ort, wo Menschen sich begegnen, um miteinander in den Austausch zu gehen“, erklärte er. Paulus sei nicht nur Patron des Doms, sondern auch der Stadt Münster. Eine Kopie der Amtskette des Oberbürgermeisters, auf der Paulus abgebildet ist, gehört deshalb ebenfalls zur Ausstellung.
Auch Kulturministerin Ina Brandes betonte die Bedeutung solcher Orte: „Wir brauchen die kulturellen Stätten, wir brauchen Orte, an denen wir uns miteinander verständigen können.“ Nach ihrem Rundgang bezeichnete sie das PAULUS-Museum als „neues Kleinod“ für Münster.
Die Gebäude greifen mit Giebeln und Dächern bewusst die Architektur der Münsteraner Altstadt auf. Architekt Jörg Preckel wollte „ein gutes Stück Münster“ schaffen. Im Inneren trifft die traditionelle Formensprache auf moderne, bewusst schlichte Materialien. Eigentümerin des PAULUS-Museums ist die Kaufmannsfamilie Lohmann. Das Domkapitel ist Mieter und wird bei Betrieb und Unterhalt von einer eigens gegründeten Stiftung und einem Förderverein unterstützt.
Das PAULUS-Museum ist täglich außer sonntags von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.
Weitere Informationen gibt es im Internet auf www.paulusmuseum.de.
Ann-Christin Ladermann





























