Die Idee dazu entstand im Januar während einer Klausurtagung des Pfarreirats. „Wir möchten die Menschen rechtzeitig ansprechen, nämlich dann, wenn sie beginnen, sich mit der Zeit nach dem Berufsleben auseinanderzusetzen“, erklärt Hieronymus Messing. Mit einem Brief wurden deshalb alle Gemeindemitglieder eingeladen, die das 60. Lebensjahr erreicht haben.
Zwölf Gruppen und Initiativen präsentierten ihre Arbeit. Die Bandbreite reichte vom Möbelladen der Coesfelder Pfarreien und der Eine-Welt-Arbeit über die Gemeindecaritas und das Offene Ohr bis zum Kirchenchor, der Bücherei sowie den Gruppen „Volksliedersingen“, „Frauen für Frauen“ und „Coesfeld for Future“. Dabei haben sie alle etwas gemeinsam: Sie leben vom ehrenamtlichen Engagement und würden sich über neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter freuen. Dabei geht es längst nicht immer um eine dauerhafte Verpflichtung. Oft werden auch Menschen gesucht, die projektbezogen oder gelegentlich unterstützen.
An den Ständen wurde zugleich sichtbar, wie stark das gesellschaftliche und kirchliche Leben von ehrenamtlichem Engagement geprägt ist. Ob musikalische Angebote, Begegnungsmöglichkeiten für ältere Menschen, soziale Projekte oder Aktionen für Nachhaltigkeit und globale Verantwortung – überall berichteten Engagierte von ihren Erfahrungen und ihrer Motivation.
Bei den Besucherinnen und Besuchern kam das Konzept gut an. „Der wertschätzende und einladende Brief hat mich angesprochen. Ich wollte schauen, was angeboten wird, und bin begeistert“, sagte Annette Rütter. Auch Jutta Tendahl zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt. „Ich finde es toll zu sehen, was in unserer Gemeinde angeboten wird und wie vielfältig man aktiv werden kann.“
Rund 50 Interessierte nutzten die Gelegenheit zum Austausch. Für die Organisatoren war vor allem die Atmosphäre ein Erfolg. Viele Gäste blieben deutlich länger als erwartet, kamen mit mehreren Gruppen ins Gespräch und loteten aus, wo sie sich künftig einbringen könnten. „Wir haben das Angebot gemacht und wussten nicht, was passiert“, sagte Pastoralreferent David Laudano. Am Ende habe sich gezeigt, wie groß das Potenzial in der Gemeinde sei.
Zwar wollten sich die meisten Besucherinnen und Besucher noch nicht sofort auf eine Aufgabe festlegen, einige signalisierten jedoch ihre Bereitschaft, bei einzelnen Veranstaltungen oder Projekten mitzuhelfen. Für den Pfarreirat ist die gelungene Premiere ein ermutigendes Zeichen. Denn für viele Menschen markiert der Ruhestand nicht nur das Ende des Berufslebens, sondern zugleich den Beginn eines neuen Lebensabschnitts mit Zeit für Begegnungen, Gemeinschaft und neuem Engagement.
Michaela Kiepe

