Pfingstzeltlager für sozial Schwache am Niederrhein ausgezeichnet

Die Pfingstzeltlager der Moerser Pfarrgemeinden sind einer der drei Preisträger aus dem Kreis Wesel beim vom Projektwettbewerb "Tolle Ideen für eine paradiesische Welt" anlässlich des 750jährigen Domjubiläums in Münster, das dort vom 26.-28. September 2014 gefeiert wird.

"Unser Moerser Pfingstzeltlager ist am Niederrhein das einzige, dass auf sozial schwache Kinder und Jugendliche ausgelegt ist", stellt Matthias Lattek, Pastoralreferent der Moerser Pfarrgemeinde St. Josef, fest.

Entstanden war die Idee schon lange, bevor Lattek 2012 als Pastoralreferent nach Moers kam. In den 1970er Jahren entwickelte sich aus einer Messdienerfreizeit der Moerser Pfarrgemeinden ein Jugendzeltlager. Zur Jahrtausendwende erkannten die verantwortlichen Seelsorger und Mitglieder der Kirchenvorstände die Notwendigkeit, Freizeitangebote für sozial schwache Kinder und Jugendliche zu schaffen.

"Natürlich gibt es auch in Moers viele Menschen, die sich einen Familienurlaub nicht leisten können. Hier kommt unser Zeltlager ins Spiel", sagt Matthias Lattek. Er ist nicht der einzige, der für das Pfingstzeltlager wirbt. "Wir legen in vielen Geschäften Broschüren aus und Kinder aus dem Zeltlager nehmen diese Broschüren auch mit in die Schule. Unser bestes Werbemittel aber ist die Mundpropaganda. Wenn die Kinder und Jugendlichen erzählen in den Schulen und im Freundeskreis von ihren Erlebnissen beim Zelten berichten, ist das ist besser, als noch schönere und buntere Broschüren zu drucken".

Rund 40 Kindern und Jugendlichen bietet das Zeltlager Platz. In diesem Jahr standen zehn weitere Namen auf einer Warteliste. Lattek wundert das nicht: "Unser Pfingstzeltlager hat sich zu einer Marke entwickelt. Und es hat sich in bei den Menschen herumgesprochen, für die es gedacht ist".

Rund 25 Euro kostet die Teilnahme pro Person am Pfingstwochenende. "Wir können die Kosten nur so niedrig halten, weil wir auf vieles verzichten", erklärt Matthias Lattek, "die Kinder reisen selbst mit dem Fahrrad zum Zeltplatz in die Leucht bei Kamp-Lintfort oder nach Sevelen. Und den Transport von Gepäck übernehmen in erster Linie die Eltern".

Ohne finanziellen Zuschuss aus den Kirchengemeinden gehe es aber auch nicht. "Deshalb ist es so wichtig, dass die Gemeinden wissen: Hier gibt es nicht nur ein Zeltlager für Kinder, hier werden sozial schwache Menschen im Gemeindeleben mitgenommen." In den vergangenen Jahren hat das Pfingstzeltlager Sponsoren aus der Wirtschaft verloren. Pastoralreferent Lattek bleibt dennoch optimistisch: "Wir haben durch Feuerwehren und Technisches Hilfswerk neue Unterstützer gewonnen." Und was nicht zu unterschätzen sei, so Lattek, sei der Betreuernachwuchs: "Er entsteht aus den zeltenden Kindern und Jugendlichen selbst. Das zeigt, dass dieses Zeltlager für diese Gruppe aus unserer Gemeinde eine große Bedeutung hat."

Text: Bischöfliche Pressestelle
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