Philippinische Gäste schulen Pfarreiteams mit Blick auf partizipative Leitung
"Welche Leitungsform ist für unsere Pfarrei die beste?" Vor allem viele neu gebildete, große Pfarreien stehen vor dieser Frage. Impulse zu einer Leitung, die alle Engagierten beteiligt – in der Fachsprache "partizipative Leitung" genannt – haben jetzt Haupt- und Ehrenamtliche aus dem Bistum Münster erhalten.
Teams aus St. Lambertus Ochtrup, St. Josef Kamp-Lintfort und St. Franziskus Beckum nahmen zusammen mit Teilnehmern aus dem Bistum Aachen und dem Erzbistum Köln an einem Training zum Thema "Partizipative Leitung in großen Pfarreien" in Bensberg teil.
Auf Einladung des internationalen katholischen Hilfswerks "missio" berichteten Father Mark Lesage, Dr. Estella Padilla und Aleli Gutierrez vom philippinischen Pastoralinstitut Bukal ng Tipan in Manila von ihren Erfahrungen aus den Ortskirchen des Inselstaats. Seit vielen Jahren führt das Team des Pastoralinstituts weltweit Kurse zum Thema partizipative Kirchenentwicklung durch. Zum diesjährigen Monat der Weltmission, dessen Schwerpunktland die Philippinen sind, hatte "missio" die drei Gäste nach Deutschland eingeladen.
"Es geht um die innere Haltung, Leitung muss als Prozess verstanden werden", fasste Donatus Beisenkötter von der Abteilung Allgemeine Seelsorge im Bischöflichen Generalvikariat in Münster zusammen. Gemeinsam mit den Seelsorgern und Ehrenamtlichen aus dem Bistum hatte er an dem dreitägigen Training teilgenommen. "Bei der Umsetzung der Pastoralpläne haben wir festgestellt, welche die entscheidenden Themen sind", erklärte er den Hintergrund der Teilnahme, "die Frage nach Leitung gehört dazu."
Anhand der biblischen Emmaus-Erzählung mit den vier Phasen "entdecken", "engagieren", "befähigen" und "entwickeln" erklärten die philippinischen Gäste den Teilnehmern Schritt für Schritt, wie eine partizipative Leitung gelingen kann. "Solange wir Kirche als Pyramide denken, werden wir es nicht schaffen, eine Beteiligung auf Augenhöhe zu erreichen", sagte Beisenkötter. Um den Denkprozess von einem einzelnen Leiter zu einer gemeinsamen Leitung in Gang zu setzen, bedürfe es einer frühen Beteiligung möglichst vieler. Außerdem müsse es einen ständigen Austausch untereinander geben. "Nur so wird Leitung zu einem Dienst an einer gemeinsamen Vision."
In Kleingruppen dachten die Teilnehmer diese Anregungen auf Gemeindeebene weiter und machten dabei die Erfahrung, wie eine Glaubensgeschichte – in diesem Fall die Emmaus-Erzählung – dabei helfen kann, die Realität vor Ort zu bearbeiten. "Die Reflexion der eigenen Erfahrung war mit der des Glaubens im Dialog", fasste Beisenkötter das zusammen, was von den Teilnehmern positiv festgehalten wurde. In ihren jeweiligen Gemeinden und mit Blick auf den Pastoralplan werden sie nun weitere Schritte in Richtung einer partizipativen Leitung gehen.
Bildunterschrift: Haupt- und Ehrenamtliche aus Ochtrup, Kamp-Lintfort und Beckum haben sich zusammen mit Teilnehmern aus dem Bistum Aachen und dem Erzbistum Köln zum Thema "Partizipative Leitung in großen Pfarreien" anregen lassen.
Text: Bischöfliche Pressestelle / 12.10.16
Kontakt: Pressestelle[at]bistum-muenster.de
Foto: Bischöfliches Generalvikariat/Donatus Beisenkötter
