Kann eine Gesellschaft den Frieden bewahren, ohne bereit zu sein, ihn notfalls auch zu verteidigen? Kaum eine Frage stellt die christliche Friedensethik derzeit vor größere Herausforderungen. Jahrzehntelang galt militärische Zurückhaltung als moralischer Kompass deutscher Sicherheitspolitik. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine zwingt jedoch dazu, viele Gewissheiten neu zu prüfen. Im Podcast Friedensreiter diskutieren Generalleutnant a. D. Alfons Mais und Gastgeber Jochen Reidegeld diese Spannung – nicht als Gegensatz zwischen Frieden und Militär, sondern als ethische Herausforderung einer demokratischen Gesellschaft. Die zentrale Botschaft lautet: Frieden entsteht nicht allein durch den Wunsch nach Verständigung. Er braucht die Fähigkeit, Freiheit und Recht wirksam zu schützen.
Die Folge (#33) ist als Video-Podcast bei YouTube sowie in allen gängigen Audio-Podcast-Portalen verfügbar.
Text: Ludwig Windthorst-Haus (LWH)
Der Podcast Friedensreiter begibt sich auf die Suche nach Wegen für den Frieden. Er stellt sich in das Zeichen der Friedensreiter, die bei den Verhandlungen zur Beendigung des 30jährigen Krieges als Vermittler zwischen den Delegationen in Münster und Osnabrück pendelten. Der Podcast ist ein Gemeinschaftsprojekt von Ludwig Windthorst-Haus (LWH), der Katholisch-sozialen Akademie des Bistums Osnabrück in Lingen, und dem Institut für Theologie und Frieden (ithf) in Hamburg. Hosts sind der stellvertretende Leiter des ithf und frühere stellvertretende Generalvikar des Bistums Münster, Dr. Jochen Reidegeld, und LWH-Direktor Marcel Speker-Underbrink.