Podium am Exzellenzcluster diskutiert Lesarten der Heiligen Schriften
Der unterschiedliche Umgang von Christen, Muslimen und Juden mit Bibel, Koran und Tora sorgt Forschern zufolge immer wieder für Konflikte.
"Religiöse Traditionen, die ihre Heiligen Schriften als wörtlich von Gott offenbart ansehen, wehren sich zumeist gegen ihre historisch-kritische Interpretation", sagt der Religionssoziologe Prof. Dr. Detlef Pollack, Sprecher des Exzellenzclusters "Religion und Politik" der Universität Münster. "Das unterschiedliche Verständnis der Heiligkeit der Texte bestimmt inner- und interreligiöse Konflikte bis in die Gegenwart hinein."
Über dieses Thema diskutierten am Donnerstag, 22. Juni, ab 20 Uhr, in der Petrikirche in Münster der Göttinger Kirchenhistoriker Prof. Dr. Thomas Kaufmann, die Berliner Arabistin Prof. Dr. Angelika Neuwirth und der Judaist PD Dr. Ottfried Fraisse von der Uni Halle-Wittenberg. Auf dem Podium wollen die Wissenschaftler in kurzen Vorträgen und in der Diskussion erörtern, welche Praktiken der Textauslegung sich in den jüdischen, christlichen und islamischen Religionskulturen entwickelten, wie sich das auf Gruppenidentitäten auswirkte und wie Textauslegung und Alltagsleben einander beeinflussten.
Das öffentliche Podium "Arbeit am Text – Tora, Bibel und Koran" wird veranstaltet von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und dem Exzellenzcluster "Religion und Politik". Der Abend ist Teil der bundesweiten Veranstaltungsreihe "Wo das Wort ist, da tappe nach" (Luther), die die Akademie im Rahmen des Jubiläumsprogramms "Luther 2017" veranstaltet. Gefördert wird die Reihe durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur. Die Moderation des Abends in Münster übernimmt Historikerin Dr. Iris Fleßenkämper vom Exzellenzcluster.
Im Exzellenzcluster "Religion und Politik" der Universität Münster forschen rund 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus mehr als 20 geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern und 14 Nationen. Sie untersuchen das komplexe Verhältnis von Religion und Politik quer durch die Epochen und Kulturen.
Bildunterschrift: Plakatausschnitt zur Veranstaltung
Text: Bischöfliche Pressestelle / 16.06.2017
Kontakt: Pressestelle[at]bistum-muenster.de
Foto: Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung
