Pontifikalamt zur 50-jährigen Kirchweihe der Kraftfahrerkapelle Telgte
Als einen Ort, "an dem Beständigkeit und Beweglichkeit aufeinander treffen", hat Bischof Dr. Felix Genn die Raestruper St. Christophorus-Kapelle zwischen Telgte und Warendorf beschrieben. Am 10. Mai 1964 wurde die kleine Kraftfahrerkapelle an der B64 eingeweiht.
Am Sonntag (25. Mai 2014) feierte die Raestruper Gemeinde den 50. Geburtstag ihrer Kirche im Kreise zahlreicher Gäste und Wegbegleiter in einem festlichen Pontifikalamt mit Bischof Genn.
Sätze wie: "O Gott, ich danke Dir für den glücklichen Ausgang auf der Autobahn", "Statte mich mit mehr Geduld auf der Fahrt aus" oder "Danke für die Geraden auf den Wegen", sind im Gästebuch der St. Christophorus-Kirche zu lesen.
Unzähligen Reisenden ist die Kraftfahrerkapelle am südöstlichen Rand von Telgte seit einem halben Jahrhundert ein Ort des Innehaltens, der Pause und des Gedenkens geworden. Die intensive Nutzung der Kapelle bringe zum "Ausdruck, dass die Beweglichkeit im ständigen Verkehr einen Platz der Beständigkeit, einen Ort, der Gott deutlich macht, braucht", sagte Genn.
Für Beständigkeit stehen auch die Raestruper Bürger selbst, wie die turbulente Geschichte der kleinen Kapellengemeinde, die zur Telgter St. Marien-Pfarre zählt, dokumentiert: Nachdem der weite Fußweg nach Telgte für die Bauernschaft beschwerlich und im Krieg auch lebensgefährlich wurde, keimte zunehmend der Wunsch nach einem eigenen Gotteshaus.
Mit Zustimmung des damaligen Bischofs von Münster, Clemens August Graf von Galen, durften die Raestruper in der Küche des Hofs Josef Rusche ihre Gottesdienste feiern. Nach dem Krieg folgte das sonntägliche Hochamt in einer Notunterkunft, der "Sebastian-Baracke". Dabei existierte schon seit 1921 ein Kapellbauverein, doch hatte die Inflation alle Ersparnisse zunichte gemacht.
Erst 1960 wurde der Verein wieder aktiv und erreichte mit Beharrlichkeit den Bau der St. Christophorus-Kapelle an heutiger Stelle. Die Messen zelebriert – das ist Tradition in Raestrup – "der Sonntagspfarrer", ein Mitglied des Collegium Borromaeum. Zur Zeit ist das Dr. Michael Höffner, der dem Bischof ans Herz legte: "Raestrup gehört zu den 100 Orten, die man gesehen haben muss". Eine Empfehlung, der mehr als 200 Gäste am Jubiläumstag gerne gefolgt waren.
Text: Bischöfliche Pressestelle
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