Präventionsschulung für Kirchenvorstände im Kreisdekanat Steinfurt
Wie lassen sich mögliche Täter in einem Vorstellungsgespräch erkennen? Gibt es typische "Opfer"? Was ist bei einem Fall sexualisierter Gewalt in einer Pfarrei zu tun?
Die Vertreter der Kirchenvorstände aus dem Kreisdekanat Steinfurt hatten viele Fragen an Yvonne Rutz, regionale Präventionsfachkraft im Bistum Münster und zuständig für das Kreisdekanat. Am Ende der sechsstündigen Schulung waren sich alle Teilnehmer einig, dass sich die Gremien in den Pfarreien dringend mit dem Thema sexualisierte Gewalt beschäftigen müssen, besonders diejenigen mit Personalverantwortung. Dabei gehe es keineswegs darum, alle Haupt- und Ehrenamtlichen unter Generalverdacht zu stellen. Vielmehr solle sensibilisiert werden.
Gleich zu Beginn der Veranstaltung, die das Kreisdekanat organisiert hatte, informierte Yvonne Rutz über die rechtlichen Grundlagen der Präventionsordnung. Das Bistum Münster hat seine Einrichtungen verpflichtet, ein Institutionelles Schutzkonzept (ISK) zu erstellen, das bis 2018 fertig sein soll. Als kirchliche Rechtsträger sind dabei auch die Kirchenvorstände gefordert. Yvonne Rutz oder – in den übrigen Bistumsregionen – eine ihrer beiden Kolleginnen helfen den Pfarreien bei der Anfertigung, betonte die Präventionsfachkraft in diesem Zusammenhang noch einmal.
Was ist überhaupt Gewalt? Und was keine? Auch darüber diskutierten die Schulungsteilnehmer. Ab wann werden moralische Grenzen überschritten? Ab wann ist es strafrechtlich relevant? Yvonne Rutz erläuterte den Gremienvertretern mögliche Merkmale und Strategien von Tätern. Ganz wichtig für die praktische Arbeit: Wenn jemand sich öffnet, ein Verdacht sexualisierter Gewalt besteht, gibt es im Bistum Ansprechpartner und einen Beschwerdeweg. Hilfe bietet ein Handlungsleitfaden, der im Internet unter www.praevention-im-bistum-muenster.de zu finden ist. Darüber hinaus empfiehlt die Sozialpädagogin, einen Verhaltenskodex zu entwickeln und eine Reflexionsrunde zu etablieren: "Es ist gut zu hören, wie andere Situationen einschätzen und beurteilen."
Dankbar waren die Kirchenvorstände für den Einblick in die vorhandenen Netzwerke auf Bistumsebene. Und für die deutliche Klarstellung, dass ihr Gremium in der Pfarrei auch bei diesem Thema Verantwortung hat. Erklärtes Ziel dieser Schulungsarbeit sei, die Auseinandersetzung mit Fragen des Kinderschutzes vor Ort zu fördern, betonte Yvonne Rutz zum Abschluss.
Yvonne Rutz ist per E-Mail an rutz-y[at]bistum-muenster.de zu erreichen.
Bildunterschrift: Gemeinsam mit der Präventionsbeauftragten für das Kreisdekanat Steinfurt, Yvonne Rutz, setzten sich Vertreter der Kirchenvorstände mit dem Thema sexualisierte Gewalt und Kindeswohl auseinander.
Text: Bischöfliche Pressestelle / 14.11.16
Kontakt: Pressestelle@bistum-muenster.de
Foto: Bischöfliche Pressestelle/Gudrun Niewöhner
