Preview des Films über Xantener Dom
Dass der Hauptdarsteller eines hochinteressanten Films durchaus aus Stein sein kann, beweist der TV-Film "Der Xantener Dom". Gedreht hat ihn der Westdeutsche Rundfunk (WDR) über das niederrheinische Gotteshaus, das 2013 den 750. Jahrestag seiner Grundsteinlegung feiert.
Wie der Film die eindrucksvolle Geschichte des Gebäudes erzählt, erlebten schon vor dem Sendetermin am Freitag (1. November 2013) rund 100 Interessierte am Donnerstag (17. Oktober 2013). Denn im Städtischen Stiftsgymnasium Xanten zeigten die Verantwortlichen des WDR und der Propsteigemeinde St. Viktor den Film als Preview (Vorschau).
Glockengeläut markiert den Einstieg in den Film. Was folgt, ist eine abwechslungsreiche, zugleich durchdachte Abfolge von authentischen geschichtlichen Szenen – sogenanntes Reenactment –, teils computeranimierten Innen- und Außenansichten des Doms sowie Erläuterungen von Fachleuten. Dabei kommt Johannes Schubert als Leiter der Dombauhütte ebenso zu Wort wie beispielsweise Elisabeth Maas als stellvertretende Leiterin des Stiftsmuseums oder dessen Leiter Dr. Udo Grote in seiner Funktion als Diözesankonservator.
Für Lebendigkeit und Anschaulichkeit des Films sorgt wesentlich das Reenactment. Vor allem die Legende des Heiligen Viktor als Patron des Doms wird mehrfach aufgegriffen – mit gutem Grund, werden doch die Reliquien des Märtyrers im Dom besonders verehrt. Der Legende nach weigerte sich Viktor, Kohortenführer im römischen Heer und Christ, nach einem Sieg den römischen Göttern zu opfern. Dafür sollen er und seine Kameraden hingerichtet worden sein. Über der Stelle, wo man ihre sterblichen Überreste vermutete, entwickelte sich aus einer Kirche und einem Kanonikerstift der Dom mit Stadtkern.
Dass man im Dom St. Viktor, wie es im Film heißt, besonders derer gedenkt, die für ihren Glauben verfolgt wurden oder gar starben, liegt so vor allem an der besonderen Verehrung Viktors – jedoch nicht nur. So erinnern die Filmszenen ebenso an Cornelis de Pauw, der sich unter napoleonischer Besatzung für den Schutz des Doms einsetzte, oder an den früheren Bischof Clemens August Graf von Galen, der hier gegen die Untaten der Nationalsozialisten predigte. Gewürdigt werden auch die bedeutsamen Ausgrabungen des Archäologen Walter Baders in den 1930-er Jahren.
Auch die Jetzt-Zeit wird nicht ausgespart: Zu sehen ist die Große Viktortracht vom 13. Oktober. "Der Film ist wirklich in letzter Minute mit heißer Nadel fertig geworden", bestätigte WDR-Redakteur Martin Blachmann.
All diese und viele weitere filmische Inhalte belohnte das Xantener Publikum nach der 45-minütigen Preview mit anhaltendem Applaus. Gern nutzten die Zuschauerinnen und Zuschauer die Gelegenheit, Fragen an Blachmann, Fernsehjournalist und -autor Martin Papirowski sowie Produzent Hans Hermann Stein zu richten.
Dabei erklärten die Verantwortlichen unter anderem die Funktion des Reenactment. Diese sollten eine konkrete "Idee von Geschichte" vermitteln. "Diese Darstellungsform hält auch weniger kulturell, kirchlich oder kunsthistorisch Interessierte bei der Stange, das ist sozusagen eine Erziehungsmaßnahme", sagte Stein mit einem Augenzwinkern.
Warum einige Epochen aufbereitet wurden und andere – wie etwa der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg – nicht, erläuterte Martin Papirowski: "Unser Anspruch war nicht, eine komplette kunsthistorische Darstellung abzuliefern, sondern Sympathie für das Gebäude zu wecken." Wenige Dome hätten so eine reiche Geschichte, betonte der Journalist, der bereits zehn deutsche Dome filmisch porträtiert hat.
Der Dank der Verantwortlichen galt besonders dem Team der Dombauhütte um Johannes Schubert sowie Hermann-Josef Kanders als Geschäftsführer des Dombauvereins. "Wir sind selten so freundlich aufgenommen worden wie in Xanten", betonte Papirowski. Den Dank erwiderte Propst Klaus Wittke von der Propsteigemeinde St. Viktor. "Wir sind glücklich, dass unser Dom nun in die Reihe der Kathedralen gehört, die Sie porträtiert haben", sagte er.
Der Film "Der Xantener Dom" wird am Freitag (1. November 2013) von 18.05 Uhr bis 18.50 Uhr im WDR-Fernsehen zu sehen sein.
Text: Bischöfliche Pressestelle
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