Prof. Dr. Beintker spricht beim Geistlichen Themenabend im Dom
Glauben ist das biblische Grundwort für verlässliche Bodenhaftung. Für Trittsicherheit auf schwammigem Gelände. Für Festigkeit statt schwankender Flatterhaftigkeit. Stabilität statt Labilität attestiert Prof. Dr. Michael Beintker allen, die mit einer guten Portion Gottvertrauen durchs Leben gehen.
Der Glaube, sagt er, verändert Menschen. Auf das Warum und Wie geht der evangelische Theologe, der an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster lehrt, beim dritten "Geistlichen Themenabend" in der Fastenzeit am Mittwoch, 22. März, ab 19.30 Uhr im münsterischen St.-Paulus-Dom ein.
Als Glaubender sei niemand perfekt: "Wir sind auf dem Weg ausnahmslos Anfänger, Strauchelnde, immer wieder Gefangene unserer Skepsis", sagt der Theologe. Beruhigend fügt er gleich an: "Wir sind wohl aber Jüngerinnen und Jünger, die geduldig und beharrlich in der Schule Jesu Christi stehen und wissen sollen, dass sie gerade in ihrem Kleinglauben von ihm geliebt werden."
Beintker leitet das hebräische Wort für Glaube, "aemuna", vom Verb "aman" ab, das Beständigkeit und im übertragenen Sinne Zuverlässigkeit und Treue ausdrückt. Gemeint sei damit ein fest gegründetes Vertrauen in Gottes Zusagen und Verheißungen. Der Theologe verweist auf ein kurzes Wort, das den meisten Christen leicht über die Lippen gehe: Amen. Für gewöhnlich werde das Amen als liturgische Zäsur empfunden, doch Beintker geht weiter: "Mit dem Amen wird das gefüllteste Ja formuliert, das es gibt. Amen heißt: Das soll wahr und gewiss sein." Wer Amen sage, der erkläre sein Ja - ohne Wenn und Aber.
In seinem Vortrag räumt er mit einem Missverständnis in der Alltagssprache auf: Glauben gelte als Synonym für "etwas vage vermuten, etwas für wahr halten". "In allen Fällen gerät das Glauben in eine Differenz zum Wissen." Dieses Verständnis von Glauben sei zutiefst unangemessen. Beintker: "Der Glaubende weiß, worauf er sich verlässt." Christlicher Glaube vertraue nicht ins Blaue hinein. "Er vertraut, weil er erkennt, auf welchen Grund er sein Vertrauen stützen kann." Der eigentliche Kontrast zum Glauben sei nicht das Wissen, verdeutlicht der Theologe: "Sondern das Misstrauen gegenüber dem lebensgründenden Geheimnis Gottes."
Doch was macht der Glaube nun mit dem Menschen, der glaubt? Beintkers Antwort besteht zusammengefasst aus zwei Sätzen: Aus einem Menschen, der keine Hoffnung mehr hat, wird durch den Glauben ein Mensch, der neue Hoffnung schöpft, weil sein Leben von der Erwartung des Kommens Gottes bestimmt wird. Und: Aus einem Menschen, der nicht mehr an die Kraft der Liebe glaubt, wird ein Mensch, der lieben kann, weil sich sein Leben im Energiefeld der Liebe Gottes abspielt.
Was mit all dem am Ende Luthers Reformation zu tun hat? Diese Frage beantwortet Beintker am 22. März im Dom.
Alle "Geistlichen Themenabende" werden im Internet übertragen. Interessierte können sie auf den Seiten www.bistum-muenster.de, www.paulusdom.de, www.kirche-und-leben.de, www.katholisch.de und www.bibeltv.de/livestreams live verfolgen.
Bildunterschrift: Prof. Dr. Michael Beintker spricht am 22. März um 19.30 Uhr im münsterischen St.-Paulus-Dom über "Glaube, der verändert".
Text: Bischöfliche Presseselle / 17.03.17
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