Rudolf Seiters beim Auftakt der DomGedanken 2016

Als langjähriger Präsident des Deutschen Roten Kreuzes kennt sich Dr. Rudolf Seiters mit Solidarität aus.

Auch deshalb gestaltet er den Auftakt der Reihe DomGedanken im St.-Paulus-Dom Münster, die in diesem Jahr unter dem Titel "Warum solidarisch?" steht. Am Mittwoch, 17. August, um 18.30 Uhr spricht Seiters im Dom zum Thema "Die Welt als Solidarsystem – eine Utopie?".

Die Aktualität seines Themas begründet Seiters mit den weltweiten Flüchtlingsbewegungen. Im-mer mehr Menschen müssten aufgrund von Krieg, Verfolgung und Naturkatastrophen ihre Heimat verlassen. 65 Millionen Menschen befänden sich weltweit auf der Flucht – so viele wie nie zuvor. "Flucht und Vertreibung haben eine neue, globale Dimension erreicht, die endlich solidarische Antworten von der gesamten internationalen Gemeinschaft verlangt", sagt der DRK-Präsident.

Seiner Einschätzung nach werden "angesichts des rasanten Bevölkerungswachstums vor allem in Afrika und des fortschreitenden Klimawandels die weltweiten Fluchtbewegungen eher noch zu-nehmen." In dieser Situation gebe es kein Patentrezept. Die Zielsetzung müsse aber trotz aller Rückschläge eindeutig sein: "Entschärfung der Konfliktherde und die Verbesserung der Lebenssitu-ation in den unterentwickelten Ländern. Dazu gehört Bildung für Kinder, Ausbildung für Jugendli-che und Beschäftigung für Erwachsene."

Rudolf Seiters wurde 1937 geboren und lebt mit seiner Frau in Papenburg / Ems. Der Jurist ist Vater von drei erwachsenen Töchtern. 1958 trat er in die CDU ein. Elf Jahre später wurde er zum ersten Mal in den Deutschen Bundestag gewählt und in acht weiteren Bundestagswahlen als direkt ge-wählter Abgeordneter bestätigt. Zusätzlich zu Funktionen in Partei und Fraktion wurde er 1989 Bundesminister für besondere Aufgaben im Kanzleramt. Von 1991 bis 1993 war er Bundesinnenmi-nister, von 1998 bis 2002 Erster Vizepräsident des Bundestags. Seit November 2003 engagiert er sich als Präsident des DRK, außerdem in der Otto-von-Bismarck-Stiftung, der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Sepp-Herberger-Stiftung, im ZDF-Fernsehrat und als Schirmherr der Hospiz Stiftung Nie-dersachsen.

Nach Seiters gehen die DomGedanken wie folgt weiter: Am 24. August spricht Prof. Dr. Thomas Straubhaar von der Universität Hamburg über "Diversity und Solidarität". Mit "Solidarität in Europa – enttäuschte Hoffnung?" beschäftigt sich am 31. August Armin Laschet, stellvertretender Bundes-vorsitzender der CDU. Am 7. September setzt sich Dr. Klaus Engel, Vorstandsvorsitzender von Evo-nik Industries, mit "Migration und Solidarität" auseinander. Zum Abschluss der Reihe widmet sich am 14. September Prof. Armin Nassehi von der Ludwig-Maximilians-Universität München dem Thema "Wir schaffen das! Politik zwischen konkurrierenden Solidaritäten".

Beginn der einzelnen Termine der Reihe, die das Domkapitel in Zusammenarbeit mit Evonik Indust-ries AG erstmals 2015 veranstaltete, ist jeweils um 18.30 Uhr. Der Eintritt ist frei. Im Anschluss an alle Termine sind die Besucher zu einem offenen Empfang auf dem Domplatz eingeladen.

Sämtliche DomGedanken-Abende werden live im Internet übertragen. Interessierte können sie unter www.bistum-muenster.de, www.paulusdom.de, www.kirchensite.deund www.katholisch.deverfolgen.

Bildunterschrift: Den Auftakt der diesjährigen DomGedanken gestaltet Rudolf Seiters.

Text: Bischöfliche Pressestelle/12.08.16
Kontakt: Pressestelle@bistum-muenster.de
Fotto: R.Schlesinger