Glaube und Kirche gehören für Rohde selbstverständlich zum Leben dazu. „Es ist eine Kraftquelle für mich und gibt Antworten auf Lebensfragen“, ist sie überzeugt. Auch das Miteinander schätzt sie: „In der Gemeinschaft fühle ich mich aufgehoben.“
In den verschiedenen Lebensphasen ist sie immer weiter mit ihrem Engagement gewachsen. „Da war der nächste Schritt nur konsequent“, sagt die Sozialpädagogin, die im Familienzentrum St. Martinus arbeitet. Dieser nächste Schritt war die Teilnahme am Ausbildungskurs für den Trauer- und Begräbnisdienst des Bistums Münster. „Ich habe mich gefragt, welchen Beitrag ich zwischen Familie und Beruf leisten kann“, berichtet die zweifache Mutter. Gleichzeitig wollte sie sich intensiver mit dem Thema Tod auseinandersetzen. „Viele Menschen wollen darüber nicht sprechen, es ist für sie tabu“, hat sie immer wieder erfahren.
Anknüpfen konnte Rohde unter anderem an ihre Diplomarbeit zum Thema Trauer bei Kindern. Auch während der Ausbildung setzte sie sich intensiv mit existenziellen Fragen auseinander. „Für meine Abschlussarbeit habe ich zehn Menschen gefragt, was für sie nach dem Tod kommt“, erzählt sie. Die Gespräche empfand sie als bereichernd. „Das waren spannende Interviews, und ein Richtig oder Falsch gibt es nicht.“
Rückhalt erfährt sie in ihrer Familie. „Sie haben vor meinem neuen Ehrenamt genauso viel Respekt wie ich selbst auch“, sagt Rohde. Gleichzeitig spüre sie großes Vertrauen. „Sie sind davon überzeugt, dass ich es gut kann.“ Auch aus der Gemeinde bekomme sie zahlreiche positive Rückmeldungen.
Besonders wichtig ist ihr, dass sie diesen Dienst als Laiin und als Frau übernehmen kann. „Ich freue mich, dass ich mich einbringen darf und diese besondere Aufgabe übernehmen kann“, erklärt sie. Dabei gehe es ihr darum, Menschen auf ihrem letzten Weg zu begleiten und Bestattungen würdevoll zu gestalten. Unterstützt werde sie in der Pfarrei von Menschen, die im Beerdigungsdienst tätig sind. So wolle sie nach und nach in ihr Ehrenamt hineinwachsen.
Michaela Kiepe

