Schülerinnen aus Münster fahren zum Eucharistischen Kongress nach Köln
Tausende Gläubige aller Generationen werden ab dem 5. Juni in Köln erwartet. Dort findet bis zum 9. Juni der Nationale Eucharistische Kongress statt. Was vom Titel eher nach einer Fachtagung klingt, will weit mehr sein: ein Fest des Glaubens.
Aus dem Bistum Münster werden nicht nur Bischof Dr. Felix Genn und die Weihbischöfe dabei sein, sondern auch viele Schülerinnen und Schüler, denn für sie gibt es am 6. Juni ein besonderes Programm. Dabei ist auch eine Gruppe von rund 30 Schülerinnen der Einführungsstufe (10. Klasse) der Marienschule, des Bischöflichen Mädchengymnasiums in Münster.
Die Schülerinnen im Alter zwischen 15 und 16 Jahren freuen sich im Blick auf Köln vor allem auf die besondere Atmosphäre eines kirchlichen Großereignisses, auf das Erleben von Gemeinschaft, auf das Treffen vieler Gleichaltriger, auf den Austausch und die Begegnung. "Ich war noch nie bei einem solchen Großereignis und ich bin schon sehr gespannt", sagt Inas und Viktoria ergänzt: "Ich war schon beim Papst-Besuch und die Atmosphäre und das Miteinander waren toll." "Miteinander" – ein zentraler Begriff für die Mädchen, wenn es um die Frage geht, was für sie das Zentrum des Glaubens ist. "Wenn man spürt, dass man miteinander glaubt, dass man mit seinem Glauben nicht alleine steht, dann stärkt das und gibt Kraft", sagt Nina. Neben der Feier der Eucharistie, die für Johanna die Mitte des Glaubens sein sollte, betonen andere Schülerinnen, wie wichtig es ist, Vertrauen zu Gott zu haben und zugleich in der Kirche Menschen zu finden, an die man sich wenden kann. "Und zu allererst muss ich auch mir selbst vertrauen und an mich selbst glauben", sagt Viktoria.
Dennoch steht es heute, da sind sich die Schülerinnen weitgehend einig, wenn nicht gerade Eucharistischer Kongress oder ein anderes kirchliches Großereignis ist, kaum auf der Tagesordnung, über den eigenen Glauben zu sprechen. Zum einen hänge das damit zusammen, dass der Glaube etwas "ganz persönliches" sei. Zum anderen sei Kirche für viele auch nicht gerade ansprechend, sondern wirke eher "realitätsfern", meint Charlotte. Und Nina ergänzt: "Vieles wirkt veraltet und gehört eher in die Vergangenheit. Kirche muss sich einfach verändern, damit sich wieder mehr Menschen angesprochen fühlen." Zudem, so betonen Sophie, Franziska und Inas übereinstimmend, sei der Glaube früher oft die Antwort gewesen, wenn die Menschen nicht mehr weiter gewusst hätten. Heute dagegen glaubten viele Menschen nicht mehr, weil es weniger offene Fragen gebe und weil es eine größere Skepsis gegenüber dem gebe, was sich nicht beweisen lasse. Daher sei es gerade heute umso wichtiger, so sagt Franziska, "Gott in meinem Leben konkret zu erfahren – dann finde ich eher zum Glauben."
Dass die Schülerinnen durch solche Erfahrungen dem "Geheimnis der Eucharistie" näher kommen, hofft Religionslehrerin Pia Weber, die die Schülerinnen auf die Teilnahme am Eucharistischen Kongress vorbereitet. Sie weiß, dass es heute – auch im Unterricht – oft schwer zu vermitteln ist, worin die besondere Bedeutung der Eucharistie, des letzten Abendmahls Jesu und der Wandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi, liegt: "Dabei ist die Eucharistie das zentrale Sakrament. In der Feier der Eucharistie sind wir Jesus Christus ganz nah. Hier erreicht die Botschaft Jesu ihren Höhepunkt." Für sie selbst sei diese Botschaft Motivation für ihr Leben gewesen und auch dafür, Religionslehrerin zu werden.
Damit wieder mehr junge Menschen ähnliche Erfahrungen machen können, wünschen sich die meisten Schülerinnen auch Veränderungen in der Feier der Eucharistie. Modern, realitätsnah und authentisch, aber auch nicht krampfhaft "auf jung gemacht, übertrieben und anbiedernd" sollte die Feier der Heiligen Messe sein. "Die Messe, vor allem die Predigt, muss auf Heute bezogen sein, es darf keine Texte geben, die keiner versteht", sagt Charlotte. Und Nina erzählt: "Ich war in Budapest in einer Messe. Hier gab es ein großes Gemeinschaftsgefühl. Die Menschen haben sich an die Hände gefasst und wirklich miteinander gefeiert. Obwohl ich die Sprache nicht verstanden habe, hat mir der Gottesdienst doch besser gefallen als bei uns, wo oft jeder für sich in die Messe geht – am besten noch mit zwei Reihen Abstand zum Vordermann." Umso mehr hoffen die Schülerinnen, dass der Eucharistische Kongress auch für sie wirklich ein "Fest des Glaubens" wird. "Ich hoffe, dass wir miteinbezogen werden, dass wir viel miteinander singen und uns austauschen können, das wir Gemeinschaft erleben werden", sagt Nina.
Weitere Informationen zum Eucharistischen Kongress, zum Schülertag am 6. Juni und auch zum Jugendfestival, das am Freitag, 7. Juni um 22 Uhr startet und dessen besonderer Höhepunkt die "Nacht des Lichtes" von Samstag auf Sonntag sein dürfte, finden sich im Internet unter www.eucharistie2013.de. Hilfreich für die inhaltliche Beschäftigung mit dem Thema kann auch die Broschüre "Eucharistie" sein. Sie kann kostenlos bestellt werden beim Bischöflichen Generalvikariat Münster, Materialdienst der Hauptabteilung Seelsorge, Überwasserkirchplatz 3, 48143 Münster.
Text: Bischöfliche Pressestelle
Kontakt: pressestelle[at]bistum-muenster.de
