St. Antonius Rheine stellt Modellprojekt bei Bistumsveranstaltung vor
Man tut, was man kann – in einer Pfarrei könnte das heißen: Statt um jeden Preis zu versuchen, Aufgaben und Ansprüche zu erfüllen, nur weil man sie immer erfüllt hat, sollen die Gemeindemitglieder ihre Fähigkeiten und Interessen einbringen können.
Wie das geht, möchte das Bistum Münster bei der Veranstaltung ,Best Practices 2015‘ am Samstag, 14. Februar, in Münster deutlich machen. Haupt- und Ehrenamtliche werden dort beispielhaft Pfarreien kennen lernen, die ihre Arbeit erfolgreich an den Talenten (Charismen) ihrer Gläubigen orientieren.
Wie schon im vergangenen Jahr wird sich ,Best Practices‘ wieder einer Option des Pastoralplans widmen, den Bischof Dr. Felix Genn 2013 für das Bistum Münster in Kraft gesetzt hat. Er soll auch den Pfarreien Orientierung für ihre Seelsorge liefern. Konkret geht es bei der Veranstaltung unter dem Titel ,Talente entdecken und fördern‘ um die ,Option für das Aufsuchen und Fördern der Charismen aller‘.
Eine der Pfarreien, die das leben, ist St. Antonius aus Rheine. Verantwortliche der Pfarrei werden bei ,Best Practices 2015‘ ihr Projekt ,Selbstbestimmter Bürgertreff‘ vorstellen. Dabei handelt es sich um eine zeitgemäße Form der Seniorenarbeit, die aus der Zusammenarbeit zwischen katholischer Kirche und Stadt Rheine entstanden ist.
Einer, der von Anfang an dabei war, ist Pastoralreferent Tobias Plien. Er schildert, dass Ausgangspunkt der Pastoralplan der Pfarrei war, den sie am Pastoralplan des Bistums ausgerichtet hat. Dementsprechend ist die Charismenorientierung ein Schwerpunkt. "Anstatt einer Versorgungspastoral wollten wir den Weg gehen zu einer partizipativen Pastoral", erklärt Plien, "mit diesem Leitbild kam nur ein von den Bürgern selbstbestimmtes Projekt in Frage."
Gerade vor dem Hintergrund des aktiven Lebensgefühls der Generation 55 plus sollten die Menschen ermutigt werden, Ideen und Aktivitäten für den Bürgertreff anzubringen. Stadt und Pfarrei kümmerten sich in der Anfangsphase um finanzielle und organisatorische Fragen, sie stellten so das Fundament des Projekts zur Verfügung, ohne inhaltlich einzugreifen. Seither organisiert sich der Bürgertreff selbstständig.
So bietet der ,selbstbestimmte Bürgertreff‘, was die Bürgerinnen und Bürger eben selbst bestimmt und vor allem auch gestaltet haben: einen Literaturkreis ebenso wie einen Frauenchor oder den ,Philosophischen Eintopf‘. Auch traditionellere Angebote wie Töpfern oder Handarbeiten stehen auf dem Programm, und wer es noch aktiver mag, ist beispielsweise zu Fahrrad- und Wanderausflügen eingeladen. Auch eine Computer- und Handysprechstunde hat eröffnet. "Unsere Angebote sollen nicht stagnieren", betont Plien. Wer eine Idee umsetzen möchte, kann diese im Treffpunkt ,Plan-Bar‘ vorstellen.
Dass das Konzept funktioniert, lässt sich auch an einem ganz besonderen Erfolgserlebnis erkennen: Aus dem Bürgertreff hat sich mit dem Sozialpunkt ein weiteres Projekt entwickelt, eine ehrenamtliche Anlaufstelle zu sozialen Fragen. Sich auf den Weg zu einer solchen Eigendynamik zu machen, dazu will auch ,Best Practices 2015‘ ermutigen. In Vorträgen und Diskussionen können sich die Teilnehmer von den Praxisbeispielen anregen lassen.
Die Veranstaltung wendet sich an alle, die haupt- oder ehrenamtlich in der Seelsorge arbeiten. Weitere Infos gibt es unter www.bistum-muenster.de/pastoralberatung, per E-Mail an pastoralberatung[at]bistum-muenster.de sowie telefonisch unter Tel. 0251/495-557 möglich.
Text: Bischöfliche Pressestelle
Kontakt: Pressestelle[at]bistum-muenster.de
