Studienwoche: Dom im Mittelpunkt
"Feierraum – Gedächtnisspeicher – Der Dom zu Münster (1264 – 2014)" – unter diesem Thema steht eine internationale theologisch-kunsthistorische Studienwoche, die vom 22. bis zum 26. September 2014 in der Akademie Franz Hitze Haus in Münster stattfindet.
Die Woche mündet damit unmittelbar in die Feiern zum 750-jährigen Jubiläum des St.-Paulus-Doms, das vom 26. bis 28. September gefeiert wird. Die Themen der Studienwoche reichen von der Baugeschichte über die historische liturgische Nutzung bis zu den mit dem Wideraufbau nach 1945 verbundenen liturgischen Fragen.
Für Akademiedirektor Prof. Dr. Thomas Sternberg liegt die besondere baugeschichtliche Bedeutung des St. Paulus-Doms darin, dass dieser in spätester Romanik gebaut wurde, als an vielen anderen Orten die Hochgotik entstand. "Und doch zeigt der Bau mit seinen einzigartig weiten Bögen im Langhaus eine neue Raumauffassung, die erstmalig und richtungssweisend ist. Der Dom wirkt wie eine große, weite, offene Halle", sagt Sternberg.
Im Blick auf den Wiederaufbau des Doms nach dem Zweiten Weltkrieg unterstreicht der Akademiedirektor, dass es "eine sehr mutige Entscheidung" von Bischof Michael Keller gewesen sei, mit Emil Steffann einen der wichtigsten modernen Kirchenbaumeister der damaligen Zeit zu beauftragen. "Zehn Jahre vor dem Konzil schafft er eine liturgische Ordnung mit dem Altar als Mitte, die von vielen Domen später übernommen wurde. So sind auch die neuen Liturgien im alten Dom immer gut möglich gewesen. Und Räume mit vielen Raumteilen ermöglichen auch künftig Liturgien ganz neuer Art, weil sie nicht auf einen Punkt hin fixiert sind", sagt Sternberg.
Ziel der Studienwoche sei es, Fragen aus Liturgiewissenschaft und Kunstgeschichte miteinander zu verknüpfen und in Vorträgen und Diskussionen zu erörtern. Dabei würden sowohl Geschichte und Gegenwart thematisiert. Die Tagung richte sich an Kunsthistoriker und Theologen, an "Praktiker und Theoretiker", an Interessierte, die sich über dieses Thema austauschen wollten. Der Anlass für die Themenstellung der Tagung, das 750-jährige Jubiläum der Weihe des St. Paulus-Doms durch Bischof Gerhard von der Mark, sei eine gute Gelegenheit, sich mit dem Dom zu beschäftigen und auch zu feiern.
"Der Kirchenbau ist ein Zeugnis für die langen Jahre des christlichen Lebens und Glaubens, das sich an diesem Gebäude festmacht", sagt Sternberg. Und gefragt nach seinem persönlichen Lieblingsort im Dom muss der Akademiedirektor nicht lange nachdenken: "Fraglos das Paradies mit den vier Skulpturen an den Seitenwänden – Laurentius, Dietrich, Magdalena und vermutlich Gottfried von Cappenberg – können mit der besten französischen Kathedralplastik mithalten. Das sind für mich die besten Kunstwerke, die man in Münster sehen kann. Und der Name zeigt so schön die doppelte Bestimmung des Paradieses: Ort der Verheißung und zugleich Auftrag für den kleinen Teil, den wir davon hier in der Welt verwirklichen können."
Die Studienwoche findet in Zusammenarbeit zwischen der Akademie Franz Hitze Haus (FHH), dem Deutschen Liturgischen Institut in Trier und dem Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft der Katholisch-Theologischen Fakultät Erfurt statt.
Weitere Informationen gibt es beim Franz Hitze Haus, Telefon: 0251-9818-490, E-Mail: geilhardt[at]franz-hitze-haus.de.
Text: Bischöfliche Pressestelle
Kontakt: pressestelle[at]bistum-muenster.de
