Koordinator der Studiengruppe war der inzwischen emeritierte Bischof von Münster, Dr. Felix Genn. Der Gruppe gehörten neben Genn elf weitere Fachleute an, darunter drei Frauen, die eine hohe Expertise zum Thema mitbringen. Die Gruppe bezog in ihre Überlegungen auch Rückmeldungen von Bischöfen und Laien aus der gesamten Weltkirche ein.
In dem Bericht wird an verschiedenen Stellen die Bedeutung von Synodalität betont. „Sowohl die Verantwortlichen in Rom als auch die Bischöfe in den Ortskirchen müssen ein synodales Miteinander noch stärker lernen“, unterstreicht Bischof Genn. Ein „Kontrollorgan“ dürften die ad limina-Besuche, andere als das in der Vergangenheit teilweise der Fall gewesen sei, künftig nicht mehr sein. Zentral, um noch stärker eine synodale Kirche zu sein, ist für Bischof Genn der Begriff der „Umkehr“. Es brauche eine „Umkehr in den Bindungen, in den Prozessen und in den Beziehungen“. „Umkehr heißt, dass man sich im Kopf, im Geist und auch im Verhalten wandeln muss“, betont der Bischof. Das bedeute, dass sich im Blick auf die ad liminia-Besuche und auf das Verhältnis zwischen den Ortskirchen und Rom insgesamt „ein anderer Stil auf beiden Seiten“ entwickeln müsse. „Das ist ein Paradigmenwechsel für alle Seiten“, sagt Bischof Genn.
Ausdrücklich betont wird in dem Bericht, dass bei ad limina-Besuchen immer das Thema des sexuellen Missbrauchs und des Schutzes Minderjähriger und schutzbedürftiger Erwachsener besprochen werden soll. „Das ist wichtig, weil uns das Thema auch in Zukunft sehr herausfordern wird. Wir müssen hier sehr sensibel bleiben und immer im Blick behalten, wieviel Leid Menschen zugefügt wurde und wie wir das in Zukunft möglichst verhindern können. Hierzu waren wir in einem intensiven Kontakt mit der Päpstlichen Kommission für den Schutz von Minderjährigen, die ihrerseits großen Wert darauf legt, dass wir uns dem Thema weiterhin stellen.“
Der Bericht der Studiengruppe sei, wie alle Texte, die in Folge der Weltsynode von 2024 entstanden seien, von Papst Leo XIV. bewusst öffentlich gemacht worden, so dass eine große Transparenz im Blick auf die angestellten Überlegungen bestehe. Zudem habe Papst Franziskus das Schlussdokument der Bischofssynode vom November 2024 „Für eine synodale Kirche“ ausdrücklich als Teil des ordentlichen Lehramtes bestätigt und zur sofortigen Umsetzung freigegeben, was ihm eine große Bedeutung gebe. Sehr bewusst, so sagt Bischof Genn, sei auch Papst Leo: „Es kann nicht nur Papier bleiben und ad acta gelegt werden, sondern es muss nun auch gehandelt werden. Papst Leo muss schauen, wie er das, was erarbeitet wurde, dazu gehört auch unser Bericht, umsetzen kann.“
Dr. Stephan Kronenburg
