Neben vielen Marktständen mit Glaubensartikeln und glänzendem Schmuck sowie bunten Kleidern waren es vor allem die Kerzenanbieter, die der Nachfrage nach den „Lichtern der Hoffnung“ kaum nachkamen.
Der zentrale Gottesdienst um 11 Uhr fand im Forum Pax Christi mit rund 2.000 Gläubigen statt. Die Liturgie verband einmal mehr katholische Bräuche mit traditioneller tamilischer Musik – mit Gesängen, Tänzen und mit jeder Menge hinduistischer Einflüsse. Ein Erlebnis für alle, ganz gleich welcher Glaubensausrichtung sie angehörten. Auch für die christlichen Ordensschwestern um Schwester Chinnu aus Indien, die voller Freude die Prozession im Vorfeld des Gottesdienstes mitgestalteten.
Anita Benedict Emmanuel, eine der Sprecherinnen der deutschlandweiten Tamilischen Gemeinschaft, erklärte: „Es ist gerade für unsere älteren Mitglieder der Gemeinschaft sehr wichtig, dass hier noch original tamilische Glaubensbräuche gelebt werden können.“ Dass dem so ist, daran hätten aber auch junge Tamilen großen Anteil. Sie unterstützten beispielsweise den Sicherheitsdienst, halfen beim Getränke- und Kerzenverkauf, beim Auf- und Abbau, bei der Organisation, der Gestaltung und vielem mehr.
Wie Bensia Albert-DonBosco. Die junge Frau leitet eine Tanzgruppe, die Augen und – entsprechend musikalisch unterlegt – Ohren der Gläubigen vor dem Gottesdienst erfreuten. Diese klassische Tanzdarbietung nennt sich Bharatanatyam und beeindruckte in Kevelaer viele. Nicht nur für die teilnehmenden Tamilen, die zumeist aus Sri Lanka stammen und heute in Diaspora-Gemeinden in Europa leben. In ihrer Heimat haben die meisten hinduistische Wurzeln. In Kevelaer verehren sie und die katholische Minderheit gemeinsam die Mutter Maria. Die Marienstadt ist für sie seit vielen Jahren ein Ort der Zuflucht und Heimatverbundenheit geworden. Und wird es auch künftig wohl bleiben – sichtbar wird dies bei der jährlichen Tamilien-Wallfahrt.
Anke Gellert-Helpenstein























