Teilnehmerinnen des Projektes
Rita Hanning ist Feuer und Flamme. Für die 64-Jährige ist klar: "Wenn ich in Rente bin, arbeite ich hier mit." Hier, das ist der Eine-Welt-Laden in Dülmen, den sie mit sieben weiteren Frauen gerade besucht.
Sie alle haben etwas gemeinsam: sie stehen kurz vor der Rente, sind in einer Werkstatt des Anna-Katharinenstifts Karthaus beschäftigt und nehmen teil an dem Projekt "Fair Trade – Inklusiv".
In den vergangenen Wochen haben die Teilnehmerinnen in morgendlichen Einheiten bereits unterschiedliche fair gehandelte Produkte kennen gelernt. "Doch wir haben nicht nur Informationen weitergegeben, sondern die Themen auch praktisch aufbereitet. Wir waren in einer Kaffeerösterei, haben aus Früchten einen Smoothie hergestellt und schon ganz viel probiert", berichtet Martine Thewes-Feldmann. Sie arbeitet im Anna-Katharinenstift im Fachdienst Senioren und begleitet die Frauen bei ihrem Ausflug in die Praxis. Denn das, was sie bisher theoretisch erfahren haben, gilt es nun im Laden zu entdecken.
Die Frauen schauen sich um. Unterstützt werden sie von Viola Hörbelt. Die Dülmenerin engagiert sich seit acht Jahren in dem Eine-Welt-Laden, ist seit gut zwei Jahren im Vorstand aktiv und bestens mit dem Sortiment vertraut. Die Frauen probieren fair gehandelte Schokolade, begutachten Filzprodukte aus Peru, probieren Klangschalen aus, bewundern das handwerklich hergestellte Papier und die Neuheit im Laden: aus Bambusblättern gepresstes Einweggeschirr. Hörbelt erzählt zu allen Produkten etwas, und die Frauen hören aufmerksam zu. Besonders die kreativen Artikel wie Postkarten, Schmuck oder Tücher haben es ihnen angetan. Aber sie selbst können auch Informationen zum Thema "Fairer Handel" beitragen. "Es ist wichtig, fair gehandelte Waren zu kaufen. Die Landwirte erhalten dadurch mehr Geld und können ihre Kinder zur Schule schicken", weiß Rita Hanning.
Dr. Jutta Hollander von der Europäischen Senioren-Akademie der Caritas leitet gemeinsam mit ihrem Kollegen Klemens Telaar das Projekt "Fair Trade –Inklusiv", an dem sich unter an-derem die Fachstelle Weltkirche und das Referat Seelsorge für Menschen mit Behinderungen des Bistums Münster beteiligen. "Wir wollen älteren Menschen mit leichten geistigen Behinderungen oder Lernschwierigkeiten die Teilhabe am fairen Handel ermöglichen", erklärt Hollander. Zudem erführen die Frauen von einem Aufgabenfeld, in dem sie sich engagieren könnten, wenn sie in den Ruhestand gehen. "Nach dieser sechsteiligen Kursreihe erhalten die Teilnehmerinnen ein Zertifikat, in dem ihnen bescheinigt wird, dass sie über Basiswissen zum Thema Fairer Handel verfügen", berichtet sie. Finanziell gefördert wird das Projekt vom Bistum Münster, vom Katholischen Fond und der Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW.
Für Rita Hanning ist es schon klar, dass sie sich regelmäßig im Eine-Welt-Laden einbringen möchte. Die anderen Frauen zögern noch. Doch Viola Hörbelt ermutigt sie: "Sie können hier nichts falsch machen. Niemand muss die Arbeit allein machen. Wir würden uns über Ihre Unterstützung freuen."
Nachdem sich die acht Teilnehmerinnen in der Theorie mit fairen Produkten beschäftigt haben, ging es nun in die Praxis. Sie besuchten den Eine-Welt-Laden in Dülmen und wurden von Viola Hörbelt (rechts) über das Angebot informiert.
Text: Bischöfliche Pressestelle / 11.10.16
Kontakt: Pressestelle[at]bistum-muenster.de
Foto: Michaela Kiepe/Bischöfliche Pressestelle
