Themenwoche Trauerraum – Lebensraum
Die letzten Vorbereitungen für eine außergewöhnliche Veranstaltungsreihe laufen auf Hochtouren. Vom 25. März bis zum 2. April findet in der Recklinghäuser St.-Paulus-Kirche die Themenwoche "Trauerraum – Lebensraum" statt.
"Außergewöhnlich ist der lange Zeitraum und der Ort", erklärt Brigitte Siefert. Die Leiterin des Katholischen Kreisbildungswerk hat gemeinsam mit weiteren sieben haupt- und ehrenamtlichen Frauen, die sich in der Trauerarbeit im Kreis Recklinghausen engagieren und Mitglieder in der Konferenz "remember" sind, ein Jahr lang an dem Programm gearbeitet. "Nun präsentieren wir ein schlüssiges und umfassendes Konzept, das alle Beteiligten mit viel Kraft und Engagement stemmen", sagt sie weiter.
In der St.-Paulus-Kirche werden acht Pagodenzelte aufgebaut, die zu unterschiedlichen Schwerpunkten rund um das Thema Trauer gestaltet werden. So geht es in einem Pavillon darum, wie die Bibel in der Trauer eine Hilfe sein kann. "Es wird Bilder geben, die sich mit dem Thema beschäftigen. Mit Egli-Figuren wird die Auferweckung des Lazarus nachgestellt. Aber die Besucher können auch selbst kreativ arbeiten", berichtet Siefert. In einem Jugendzelt möchten die Organisatorinnen speziell junge Menschen ansprechen. "Sie können ihre Gedanken und Bitten aufschreiben und in eine Urne werfen. Im Abschlussgottesdienst werden diese dann verbrannt. Ebenso wird ein Kindersarg ausgestellt, der von Jugendlichen bemalt wurde", erklärt Ingrid Schulz-vor der Wülbecke, die den Bereich Gemeindecaritas beim Caritasverband leitet.
Im Begegnungszelt stehen Stühle und Getränke bereit für Menschen, die sich unterhalten möchten. In einem weiteren Pavillon erfahren die Besucher, welche Trauerrituale es in den drei Weltreligionen gibt. Um unterschiedliche Begräbnismöglichkeiten geht es in einem anderen Zelt. "Die Menschen können sich informieren und sich mit den unterschiedlichen Bestattungsformen auseinandersetzen", erklärt Siefert. An Erziehende von Kindern im Vor- und Grundschulalter richtet sich ein weiterer Pavillon. Zudem gibt es ein Informations- und ein Bücherzelt mit ausgewählter Literatur zum Thema Trauer. Neben den Zelten ist auch die Marien-Kapelle in das Konzept eingebunden. "Hier finden die Besucher Ruhe, können schweigen und sich selbst begegnen", erläutert Schwester Marlene Schmidt, die im Krankenhaus und im Altenheim als Pastoralreferentin Menschen begleitet.
Neben den ständigen Angeboten findet ein Rahmenprogramm statt, das vom Vortrag für Erziehende mit Walburga Schnock-Störmer über ein das pantomimische Theaterstück "Das Leben" mit Christoph Gilsbach bis zu einer Lesung mit Juliane Uhl und ein Vormittagscafé als gemütliche Plauderrunde über den Tod, das Sterben und die eigene Vergänglichkeit reicht. Eröffnet und abgeschlossen wird die Themenwoche jeweils mit einem besonderen Gottesdienst.
"Unser Ziel ist es, die Themen Tod und Trauer in die Öffentlichkeit zu bringen", erklärt Siefert. Dass sich die Gruppe für einen Kirchenraum als Veranstaltungsort entschieden hat, begründet Schwester Marlene: "Wir wollten auf jeden Fall den Bezug zur Kirche herstellen. Zudem ist das Thema in einem geschützten Raum gut aufgehoben." Und Schulz-vor der Wülbecke ergänzt: "Wir haben uns bemüht, dass während der Öffnungszeiten auch immer Fachleute vor Ort ansprechbar sind." Jeder sei willkommen, ob nur zum Schauen oder zum Gespräch.
Die Themenpavillons sind geöffnet von 10 Uhr bis 13 Uhr und von 14.30 Uhr bis 18 Uhr.
Das gesamte Programm gibt es im Internet unter www.kbw-recklinghausen.de.
Bildunterschrift: Das Konzept steht, die letzten Vorbereitungen laufen auf Hochtouren für die Themenwoche, auf die sich Ingrid Schulz-vor der Wülbecke, Schwester Marlene Schmidt und Brigitte Siefert (von links) freuen.
Text: Bischöfliche Pressestelle / 16.03.17
Kontakt: Pressestelle[at]bistum-muenster.de
Foto: Michaela Kiepe/Bischöfliche Pressestelle
