
Die Nachbildung des historischen Pestkreuzes wir der Großen Prozession durch die Innenstadt von Münster vorangetragen.
© Bistum MünsterFür die musikalische Gestaltung sorgen der Projektchor des Stadtdekanats, das Bläserensemble blechgewand(t) sowie Domorganist Thomas Schmitz an der Orgel. Die musikalische Gesamtleitung liegt bei Regionalkantorin Jutta Bitsch.
An diesem Sonntag fallen die Messen um 10 Uhr und 11.45 Uhr im Dom aus.
Der Brauch der Großen Prozession reicht zurück bis ins Jahr 1382. Damals starben in Münster mehr als 8.000 Menschen an der Pest. Im Jahr darauf verwüstete ein Großbrand weite Stadtgebiete. Seitdem ziehen aufgrund eines damaligen Gelöbnisses jedes Jahr Gläubige mit dem Allerheiligsten zu einer überpfarrlichen Buß- und Bittprozession durch die Altstadt. Aufgrund dieses Ursprungs wird eine Nachbildung des historischen Pestkreuzes, dessen Original im Stephanschor des Doms hängt, der Prozession vorausgetragen.
Unter dem Einfluss der religiösen Barockkultur des 17. Jahrhunderts wandelte Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen (1650 bis 1678) die schlichte Buß- und Bittprozession in eine triumphale Sakramentsprozession, ohne die Buß- und Bittgebete in den Stationskirchen anzutasten. Im Nationalsozialismus unter dem seligen Bischof Clemens August Kardinal von Galen galt die Prozession mit nie zuvor und nie nachher erreichten Teilnehmerzahlen als überwältigende Demonstration der Katholiken Münsters für den christlichen Glauben und seine Werte – bis heute.
Anke Lucht
