Traditionelle Wallfahrt der Erstkommunionkinder nach Kevelaer
Seit vielen Jahren gehört die Wallfahrt der Erstkommunionkinder nach Kevelaer zu den festen Höhepunkten im Wallfahrtskalender, und doch ist der Besuch der Kinder an der Gnadenkapelle in jedem Jahr etwas besonderes.
Denn, so stellt auch der junge Lars aus Borken fest: "Fast alle von uns sind zum ersten Mal als Pilger unterwegs und zum ersten Mal in Kevelaer." Wie Lars und seiner mitgereisten Gruppe ging es den meisten der Erstkommunionkinder, die am Donnerstag (12. Juni 2014) nach Kevelaer gereist waren, um die Gnadenkapelle und "Maria, Trösterin der Betrübten" zu besuchen.
"Es ist noch nicht lange her, da habt ihr zum ersten Mal den Leib Christi erhalten", sagte Domkapitular Rolf Lohmann, Pfarrer von St. Marien Kevelaer und Rektor der Wallfahrt, zu Beginn des Familiengottesdienstes in der Basilika. Die Kinder würden nun viel neues erleben. Die Erstkommunion zu feiern, als Pilger nach Kevelaer zu reisen – das allein sei schon sehr aufregend, meint Tim aus dem Münsterland.
Gemeinsam mit vielen weiteren Kindern aus dem Bistum Münster erlebte er im Familiengottesdienst die Verkündigung des Evangeliums in bildlicher Form mit. "Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich" (Joh 19, 26-27) – diese biblische Szene spielten zwei Kinder in Gestalt von Maria und Johannes nach. Gemeinsam fragten sich Pfarrer Rolf Lohmann und die Kinder, was man aus dieser Begebenheit lernen könne. Die Antworten kamen schnell: "Wir sollen daraus lernen, dass wir nicht alleine sind und Jesus immer bei uns ist, und dass wir alle Kinder Gottes sind."
Lohmann nahm das "Kevelaerer Evangelium" zum Anlass, einen zweiten Aspekt mit hineinzubringen: Das Bild in der Gnadenkapelle zeigt "Maria, die Trösterin der Betrübten". "So wie wir alle gerne getröstet werden", so Lohmann, "so sollen wir auch lernen, für andere als Tröster da zu sein."
Im Anschluss an den Familiengottesdienst zogen die Kinder in einer Prozession zur Gnadenkapelle. Hier beteten die Kinder mit Lohmann gemeinsam und sangen "Maria, breit den Mantel aus". Mit ihrem Gesang rissen die jungen Pilger nicht nur ihre Begleiterinnen und Katechetinnen mit, sondern auch Passanten, die sogar spontan ins Lied einstimmten. Zum Abschluss der Andacht am Gnadenbild erhielten die Kinder kleine Kreuze, die zuvor in der Basilika gesegnet worden waren. "Sie sollen euch immer an euren Besuch in Kevelaer erinnern", sagte Rolf Lohmann.
Mit einem gemeinsamen Singen im benachbarten Forum Pax Christi klang der Tag für die jungen Pilger aus. Begleitet wurden die Kinder in ihrem Gesang von der Gruppe "Horizonte", aber auch von alten und jungen Kevelaerern, die sich bei bestem Wetter dazu gesellten. "Die Wallfahrt der Erstkommunionkinder allein macht diesen Tag schon zu einem schönen Tag", fand Pfarrer Lohmann, "aber das Sommerwetter ist eine schöne Steigerung."
Dr. Rainer Killich, Generalsekretär der Wallfahrt, konnte dem nicht widersprechen: "Es ist immer wieder ein schönes Bild, wenn die Kinder von der Basilika zur Gnadenkapelle ziehen." Killich weiß aber auch, dass ein großer Zuspruch an jungen Wallfahrern immer weniger selbstverständlich ist: "Schulen mit Ganztagsbetreuung sind immer seltener bereit, die Kinder für Veranstaltungen wie die Erstkommunionkinder-Wallfahrt frei zu stellen." Aber auch wenn die Zahl der Kinder-Pilger abnimmt, gibt sich Killich optimistisch: "Es wird sicher niemals so schlimm kommen, aber solange auch nur ein Erstkommunionkind nach Kevelaer pilgern möchte, werden wir es hier mit offenen Armen empfangen."
Text: Bischöfliche Pressestelle
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