Vier Sternsinger machen sich auf den Weg zur Kanzleri
In diesen Tagen machen sich die ersten Sternsinger in den Gemeinden des Bistums auf den Weg. Sie klingeln an Haustüren, bringen den Menschen den Segen und sammeln für den guten Zweck.
So auch in der katholischen Kirchengemeinde Herz Jesu in Marl-Hüls. Doch der Weg von vier Sternsingern ist in diesem Jahr weiter als üblich. Denn Kathrin Knoke (14), Vanessa Knoke (16), Lea Ovelhey (13) und Daniel Lissek (16) machen sich mit ihrer Betreuerin Veronika Brinkforth am 4. Januar auf den Weg nach Berlin. Gemeinsam vertreten sie im Kanzleramt das Bistum Münster beim Empfang mit Bundeskanzlerin Angela Merkel.
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Bereits seit elf Jahren sind die Jugendlichen bei jedem Wetter in ihrem Gemeindebezirk unterwegs. "Sie haben sich Jahr für Jahr die Hacken wundgelaufen. Deshalb dürfen sie nach Berlin fahren", erklärt Veronika Brinkforth die Auswahl. Eigentlich hatte sie an dem Preisausschreiben des Kindermissionswerks, das die Sternsinger-Aktion federführend organisiert, nur teilgenommen, um Freundschaftsbänder zu gewinnen. Doch dann kam es anders. "Wir wurden ausgelost und vertreten nun das Bistum bei der Kanzlerin. Das ist eine Ehre für uns", freut sie sich.
Natürlich sind die Fünf schon jetzt ein bisschen aufgeregt. "Das ist etwas anderes als der jährliche Besuch beim Bürgermeister. Wir wollen uns schließlich nicht blamieren", sagt Daniel Lissek. Doch vor der Abfahrt gilt es noch, drei Lieder zu lernen. "Bei unseren Besuchen singen wir immer ‚Stern über Betlehem‘. Das können wir auswendig", sagt Vanessa Knoke.
Seit elf Jahren organisiert Veronika Brinkforth gemeinsam mit Christiane Ovelhey die Sternsinger-Aktion in Hüls. Bevor es losgeht, gibt es immer ein Vorbereitungstreffen für alle Kinder und Jugendlichen. Dann werden Gewänder anprobiert und Kronen gebastelt. Die Aktiven erfahren zudem etwas über die Projekte, für die sie sammeln. Am Samstag nach dem Dreikönigsfest machen sich fünf Gruppen in dem Marler Ortsteil auf den Weg. Zehn Stunden sind sie unterwegs. Im Hintergrund arbeitet ein Helferteam, das zwischendurch die gefüllten Tüten mit den Süßigkeiten abholt oder im Pfarrheim das Mittagessen vorbereitet.
"Es ist schön, dass sich die Menschen freuen, wenn sie uns sehen." Dieses Gefühl ist es, das Daniel Lissek Jahr für Jahr motiviert, in das Gewand zu schlüpfen und an den Türen zu klingeln. "Und wir sammeln für Kinder, denen es nicht so gut geht wie uns", ergänzt Vanessa Knoke. Sie besucht jedes Jahr in einer ‚Sonderschicht‘ mit ihrer Schwester Kathrin zusätzlich die Senioren des Altenheims und der Altenwohnungen. "Oft werden wir schon von den Bewohnern erwartet. Sie machen ein Foto mit uns und bieten uns einen Kakao an", verrät Kathrin.
Der Großteil der Menschen, die die Sternsinger in Hüls besuchen, freut sich, wenn es an der Tür klingelt. "Aber manchmal wird auch nicht geöffnet. Dann sind die Kinder enttäuscht, denn sie kommen immer mit den besten Absichten", hat Brinkforth beobachtet und ergänzt: "Aber wir klingeln überall, denn den Segen kann jeder gebrauchen."
Text: Bischöfliche Pressetelle
Kontakt: Pressestelle[at]bistum-muenster.de
