Vollversammlung des Kreiskomitees der Katholiken im Kreis Borken
Die Lebenswirklichkeit von Familien in sogenannten prekären – das heißt, gekennzeichnet durch Unsicherheiten in Bezug auf die Erwerbstätigkeit – Verhältnissen stand thematisch im Mittelpunkt der konstituierenden Vollversammlung des Kreiskomitees der Katholiken im Kreisdekanat Borken.
Sie fand am Montag (31. März 2014) im Kapitelshaus Borken statt und widmete sich als zweitem Schwerpunkt den Vorstandswahlen.
Das Kreiskomitee ist das oberste Laiengremium auf Kreisdekanatsebene. Ihm gehören vor allem Vertreter der katholischen Verbände an. Es nimmt die Interessen der Katholiken im Kreisdekanat wahr und ist deren Sprachrohr. Die Vollversammlung des Kreiskomitees tritt einmal jährlich zusammen.
An der jetzigen Vollversammlung nahmen 27 Delegierte teil. Sie wurden begrüßt vom Vorsitzenden des Kreiskomitees, Benedikt Kemper. Er hieß besonders Dr. Ulrich Thien willkommen, Leiter des Referates Soziale Arbeit im Diözesancaritasverband Münster. Dieser kam gemeinsam mit den Delegierten über die soziale Verantwortung von Kirche und Politik für Familien in prekären Verhältnissen ins Gespräch.
Grundlage für den Austausch war ein Thesenpapier des Diözesankomitees, also der Vertretung der Verbände auf Bistumsebene, das Dr. Thien erläuterte. Mit den darin enthaltenen Aussagen konnten sich viele der Anwesenden identifizieren, beispielsweise damit, dass eine stabile und verlässliche Lebensplanung immer schwieriger wird, wenn die Menschen nicht wissen, wo sie morgen zu welchen Bedingungen arbeiten dürfen.
Betroffen hörten die Delegierten, dass jede sechste Person in Deutschland als armutsgefährdet gelte, auf circa 59.000 treffe dies im Kreis Borken zu. Das Diözesankomitee appelliere an die politisch Verantwortlichen, ihrer Verantwortung für prekäre Familien gerecht werden und für angemessene Rahmenbedingungen Sorge zu tragen. Konkret würden unter anderem passgenaue Angebote für Familien in schwierigen Lebensphasen und –lagen sowie die nötigen Rahmenbedingungen gefordert, die die eigenständige Existenzsicherung von Frauen, das gelingende Aufwachsen von Kindern und die Armutsfestigkeit von Familien ermöglichten.
Ein "Flickenteppich" von Maßnahmen und Leistungen hingegen schade der Familienförderung. In diesem Sinne werde auch eine Überprüfung bestehender Leistungen gefordert, inklusive der Rücknahme des Betreuungsgeldes und einer einkommensunabhängigen Grundsicherung für alle Kinder.
In der auf die Ausführungen von Dr. Thien folgenden Diskussion wurde deutlich, dass die Delegierten von der Kirche einerseits konkrete Hilfe für Betroffene erwarten. Ebenso wichtig sei aber auch Lobbyarbeit für faire, gerechte und menschenwürdige Arbeitsbedingungen.
Bei den anschließenden Wahlen wurde Benedikt Kemper aus Heiden im Amt des Vorsitzenden bestätigt. Geistlicher Beirat ist weiter Kreisdechant Propst Josef Leenders aus Borken. Stellvertretende Vorsitzende wurden Petra Rottländer aus Borken und Jutta Winkelhaus aus Vreden. Als Beisitzer in den Vorstand gewählt wurden Martin Hillenbrand aus Borken, Christopher Kalfhues aus Dülmen, Ludger Kloster aus Hochmoor, Erika Matschke aus Oeding, Bernhard Schlätker aus Legden und Frank Wolsing aus Rhede. Als Delegierte für das Diözesankomitee der Katholiken bestimmte die Versammlung Benedikt Kemper, Petra Rottländer und Jutta Winkelhaus.
Text: Bischöfliche Pressestelle
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