Vom Karteikasten zur Künstlichen Intelligenz

, Stadtdekanat Münster

Als Bettina Kluck am 15. August 2001 ihre Ausbildung beim Bischöflichen Generalvikariat (BGV) begann, war Münster für sie noch ein kleines Abenteuer. Die heute 44-Jährige wohnte damals in ihrem Heimatort Brochterbeck und fuhr mit dem Schnellbus zur Arbeit in die Stadt. „Während der ersten Tage hatte ich Angst, mich in der Großstadt Münster zu verlaufen“, erinnert sie sich. Einen Stadtplan hatte sie deshalb vorsichtshalber immer dabei.
 

Bettina Kluck aus der Abteilung Religionspädagogik im Bischöflichen Generalvikariat Münster feiert ihr 25-jährigen Dienstjubiläum.

© Bistum Münster

Auch über ihren neuen kirchlichen Arbeitgeber hatte Bettina Kluck zunächst einige unbewusste Vorurteile. Bei ihrer ersten Führung durch das BGV war sie deshalb erstaunt, wie „normal“ die Menschen dort waren. „Besonders in Erinnerung geblieben ist mir eine Sekretärin, die für einen Domkapitular arbeitete, und einen kurzen Rock trug“, erinnert sich Bettina Kluck heute mit einem Augenzwinkern. Dass nicht nur sie bestimmte Vorstellungen von der Kirche hatte, sondern auch andere von ihrer neuen Arbeitsstelle, erfuhr sie schon vor Ausbildungsbeginn: „Eine Mitschülerin fragte mich ganz ernsthaft, ob ich für meine Ausbildung bei der Kirche denn eine Kutte tragen müsse.“

Nach ihrer Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation und einigen Monaten als Springerin wechselte sie 2004 in die Abteilung Religionspädagogik. Dort kümmert sich Bettina Kluck um alles Organisatorisches rund um die Fortbildungen für Religionslehrerinnen und Religionslehrer und unterstützt die Abteilungsleitung sowie die religionspädagogischen Referentinnen und Referenten. Zudem ist sie im Sekretariat zuständig für die Hochschulen auf dem Gebiet des Bistums Münster und bearbeitet bischöfliche Empfehlungen zur Promotion, die Promovenden im Fach Katholische Theologie benötigen. 

In den vergangenen 25 Jahren hat sie vor allem einen technischen Wandel erlebt. „Als ich meine Ausbildung begonnen habe, saßen wir vor kleinen Röhrenmonitoren“, erinnert sie sich. Statt Outlook gab es Lotus Notes, Kontakte wurden in einem hölzernen Karteikasten verwaltet, Kalender auf Papier geführt und Fortbildungseinladungen per Post verschickt. „Im Laufe der Jahre bin ich sehr schnell im Kuvertieren geworden“, sagt sie lachend.

Was sich nicht verändert hat: Bettina Kluck arbeitet gern mit Menschen. „Wir haben ein tolles Team in der Religionspädagogik“, sagt sie. Und auch ihr morgendliches Ritual ist geblieben: Erst einmal Kaffee kochen.

Für die kommenden Berufsjahre wünscht sie sich vor allem, weiterhin zufrieden mit ihrer Arbeit zu sein: „Und natürlich, dass ich nicht irgendwann von der künstlichen Intelligenz ersetzt werde.“ 

Ann-Christin Ladermann