Von der niederländischen Nordsee bis zur Lambertikirche

, Bistum Münster

Die Wanderschuhe können geschnürt, der Rucksack gepackt und der Pilgerstock gegriffen werden. Eine neue Etappe des Jakobswegs führt seit dem 10. April von den Niederlanden aus über Teile des Bistums Münster bis in die Domstadt und lädt Pilgerinnen und Pilger ein, auf den Spuren historischer Persönlichkeiten wie dem Gründer des Bistums und der Stadt Münster, dem heiligen Liudger, zu wandern.
 

Freuen sich über die Eröffnung des neuen Jakobswegs: (von links) Peter Dijkstra, Fokko Bosker, Gert Leene und Klaus Rosenau.

© Bistum Münster

Mit einer Länge von rund 490 Kilometern führt der Pilgerweg durch zwei Länder, drei niederländische Provinzen und drei deutsche Landkreise. Der Start ist auf der niederländischen Watteninsel Schiermonnikoog, das Ende an der Lambertikirche in Münster. Auf 24 Tagesetappen mit je etwa 20 Kilometern führt der Weg die Pilger an Naturschutzgebieten, mittelalterlichen Kirchen und Klöstern sowie an der Ems und der Dollard vorbei. Sie besuchen Heiligerlee, der Ort, an dem der Achtzigjährige Krieg begann, und den Friedenssaal des Historischen Rathauses in Münster, der Ort, an dem der Krieg endete. Eine Nebenroute des Weges führt über das Kloster Frenswegen nach Oldenzaal.

Die Eröffnung fand im Friedenssaal des Historischen Rathauses in Münster statt, danach gingen die Gäste in das nahe gelegene Haus der Niederlande. Zu ihnen gehörten begeisterte Pilger sowie Peter Dijkstra, Vorsitzender der niederländischen Pilgerstiftung in Groningen, Gert Leene von der Silent Gold Foundation und Klaus Rosenau, Bürgermeister von Münster. 

„Das erste Mal trafen wir uns 2021“, erinnerte sich Leene an seine erste Begegnung mit Dijkstra. Die beiden gehören verschiedenen Stiftungen an, doch die Leidenschaft fürs Pilgern und Innehalten verbindet sie, erklärte er. Sie waren sich sicher: „Wenn wir beide unsere Kräfte bündeln, können wir etwas wirklich Großes erschaffen.“ Fünf Jahre hat dieser Prozess gedauert. Zusammen mit anderen Freiwilligen entwickelte Dijkstra die neue Pilgerstrecke. Dabei lag ihm besonders am Herzen, die Strecke für viele verschiedene Pilger ansprechend zu gestalten. Von den kulturliebhabenden über die christlichen bis zu den säkularisierten Pilgern.  

Vorsitzender der Pilgerstiftung zu sein, ist nicht Peter Dijkstras Beruf, sondern seine Leidenschaft. Über sich selbst sagt er: „Ich bin ein Liebhaber des Pilgerns“. Viele Strecken des neuen Pilgerweges ist er bereits selbst gewandert. Dabei ist ihm immer wieder die schöne Natur aufgefallen, berichtet er.

Die Route ist nur digital verfügbar und nicht ausgeschildert. Alle Etappen der Strecke können kostenlos auf der Internetseite www.spigl.nl oder über die Wanderer-Navigations-App „OutdoorActive“ heruntergeladen werden. Über diese Kanäle können sich die Pilger auch über die Kulturgeschichte der Etappe informieren. Zusätzlich gibt es einen Wanderführer, der im Moment allerdings nur auf Niederländisch erhältlich ist.

Das Projekt „Camino Schiermonnikoog – Münster“ wird gefördert und ermöglicht durch den SK&L Fund Groningen, das Nationaal Programma Groningen, das Interreg-Programm Deutschland-Nederland und die Europäische Union.

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