
Schwester Silvia-Johanna Ketz (rechts), ihre Mitschwester Annamaria Hackenberg (links) und Provinzleiterin Paula Bomas (Mitte) sowie die weiteren Vorsehungsschwestern in Münster beten im Oktober für die Anliegen der Menschen, die sie über die Klosterfürbitte erreichen.
© Bistum MünsterEinen hohen Stellenwert hat das Gebet in der Gemeinschaft, in der 107 Schwestern mit einem Durchschnittsalter von 85 Jahren leben. „Eine unserer Aufgaben ist es, für die Anliegen der Menschen zu beten“, sagt Schwester Silvia-Johanna. Das Gebet verbinde die Schwestern und strukturiere den Tag. Auch die Pflegebedürften und Kranken seien dankbar, sich auf diese Weise einbringen zu können. Teils beten die Schwestern für die Anliegen in der Welt, teils für Bitten, die sie auf persönlichem Wege erreichen. „Ich bin überzeugt, dass das Gebet dabei hilft, schwere Zeiten durchzustehen“, sagt die Ordensschwester. Im Oktober kommen weitere Anliegen hinzu: Dann nehmen die Vorsehungsschwestern die digitalen digitalen Fürbittbuch des Bistum Münster eingetragenen Bitten in ihr Gebet auf.
Die Zeichen der Zeit erkennen, das war schon dem Münsteraner Theologen und Priester Eduard Michelis ein zentrales Anliegen, der den Orden 1842 gründete. Offen „für die Nöte der Zeit“ sollten die Schwestern nach seinen Vorstellungen sein. So setzten sie sich zunächst vor allem für Frauenbildung in Schulen ein und arbeiteten in Waisenhäusern und Kindergärten. Der Schwerpunkt verlagerte sich schließlich vom pädagogischen in den pflegerischen und pastoralen Bereich. Heute sind rund 690 Schwestern in Lateinamerika, Indonesien, Afrika, Niederlande und Deutschland in der seelsorglichen und sozial-caritativen Arbeit aktiv.
Schwester Silvia-Johanna und ihren Mitschwestern ist es wichtig, die Nähe zu den Menschen zu suchen. „Wir möchten in der Begegnung unseren Glauben weitergeben“, betont sie – auch außerhalb des Provinzhauses. So engagiert sich die Ordensschwester ehrenamtlich im Kirchenfoyer, andere Mitschwestern zum Beispiel in der Flüchtlingshilfe oder bei Führungen durch den St.-Paulus-Dom. Das neue Provinzhaus ist ein Ort der Begegnung, bietet gleichzeitig aber auch die Möglichkeit zum Rückzug. „Nur in einer guten Balance zwischen Öffnung und Rückzug können wir unseren Auftrag erfüllen“, sagt Schwester Silvia-Johanna.
Wer den Vorsehungsschwestern im Oktober seine ganz persönliche Bitte anvertrauen möchte, kann das im digitalen Fürbittbuch des Bistum Münster tun.
Ann-Christin Ladermann
