Wallfahrtssonntage in Stromberg
Mit einem Festgottesdienst in der Wallfahrtskirche Heilig Kreuz im Oelder Ortsteil Stromberg hat Weihbischof Dr. Christoph Hegge am 21. Juni die Wallfahrtssonntage eröffnet.
An den beiden kommenden Sonntagen wird das über 1.000 Jahre alte Heilige Kreuz erneut viele Pilger aus dem ganzen Land anziehen. Dabei hoffen die Pilger auf besseres Wetter, denn am Sonntag musste das ursprünglich auf den Stufen des Burghofes vorgesehene Festhochamt kurzfristig in die Kirche verlegt werden.
In den Mittelpunkt seiner Predigt stellte Hegge das Leitwort der diesjährigen Wallfahrtssaison ,Habt Vertrauen – fürchtet euch nicht!‘ aus dem Matthäus Evangelium. Dieses berichtet von den Jüngern, die auf der Bootsfahrt über den See Genezareth in einen Sturm gerieten und fürchteten zu kentern, bis ihnen Jesus genau diese Worte zurief ,Habt Vertrauen – fürchtet euch nicht!‘. Ähnlich ergehe es vielen Menschen heute, die angesichts der zahlreichen Bedrohungen verzagten. Als Stichworte nannte der Weihbischof aktuelle Krisen und Kriegsschauplätze, das Attentat auf die Redaktion der Satirezeitung ,Charlie Hebdo‘ in Paris und den willentlich herbeigeführten Absturz des deutschen Flugzeugs in Südfrankreich. "Eine große Unsicherheit geht durch unser Land", sagte Hegge. Diese ängstliche Unsicherheit lege sich "wie Mehltau auf unsere Herzen". Die aufmunternde Botschaft Christi erreiche viele nicht mehr.
Dieser weit verbreiteten Stimmung stellte der Prediger das Bild eines liebenden Christus gegenüber, der die Menschen so annehme, wie sie seien. "Christus trifft uns in unserem Alltag, im ganz normalen Leben", sagte Hegge. Diesen Alltag ließen die Menschen viel zu oft von ihrem Terminkalender bestimmen. "Der Terminkalender ist unsere heilige Kuh", kritisierte Hegge. Der vermeintliche Termindruck müsse herhalten, wenn man keine Zeit habe, sich um Flüchtlinge oder andere Menschen in Not zu kümmern.
Dabei habe er in den Augen vieler Flüchtlinge "so viel Sehnsucht nach Leben" gesehen. Diese Hoffnung auf ein Leben verkörpere Jesus Christus mit seiner Botschaft. Sie sei aber nicht nur Verheißung, dass sich die Menschen nicht fürchten müssten, weil Jesus ihre Sünden auf sich genommen habe und für sie gestorben sei. Sie sei ebenso Aufforderung, das eigene Leben völlig umzukrempeln. Diese Aufforderung sei das eigentlich Revolutionäre der christlichen Botschaft.
Hegge zitierte abschließend Papst Franziskus, der verkündet habe: "Ich habe eine Mission. Ich bin eine Mission". Dieses Wort gelte für alle Christen. Nach dem feierlichen Eucharistie beschloss eine Pilgerandacht für die Pilger, die aus dem nahe gelegenen Sauerland sowie aus Werl, Ahlen-Vorhelm und Herzebrock gekommen waren, den Wallfahrtssonntag.
Text: Bischöfliche Pressestelle
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