WB Hegge besucht Bibelausstellung für Jugendliche
Wer mit anderen Fladenbrot teilt oder wer seine Sorgen einem Stück Papier anvertraut und das in eine Mauerspalte steckt, kann so etwas von und aus der Bibel erfahren.
Die Gelegenheit dazu nutzen derzeit Jugendliche aus dem Raum Ibbenbüren, denn an sie wendet sich die vom 2. bis zum 13. Februar laufende Ausstellung ;Die Bibel – das könnte Dich auch interessieren‘ im Pfarrheim St. Mauritius in Ibbenbüren. Am 9. Februar hat Dr. Christoph Hegge als für die Region zuständiger Weihbischof sie besucht.
Zwei neunte Klassen der Anne-Frank-Realschule Ibbenbüren samt Lehrkräften sind an diesem Vormittag in der Ausstellung, als der Weihbischof eintrifft. Spontan setzt er sich zu einer Gruppe von Schülern, die gerade bei der Station ,Kochen und Genießen‘ an einer festlich gedeckten Tafel mit Fladenbrot, Weintrauben, Feigen, Datteln und Traubensaft Platz genommen haben. Im Schein der Kerzen fragt Hegge die exakt zwölf Jugendlichen haben scherzend, halb ernsthaft: "Wer von euch ist denn Jesus?". Auf das letzte Abendmahl Jesu verweisend, lädt der Weihbischof ein, das Brot nicht einfach nur rumzureichen, sondern miteinander zu teilen.
Beim anschließenden Rundgang durch die übrigen Stationen erfährt Hegge von den Organisatoren viel über Entstehung und Ziel der Ausstellung, deren Schirmherr er ist. Erstellt haben sie Stefanie Bockholt, Pfarrer Paul Greiwe, Doris Hasenkamp-Jakob, Christoph Moormann, Reinhild Runde und Mareike Schraut, allesamt Jugend- und Schulseelsorgerinnen und –seelsorger aus Rheine und Ibbenbüren, gemeinsam mit Marko Marincel und Christina Brüning vom Regionalbüro Ost für kirchliche Jugendarbeit des Bistums Münster.
Die Idee sei bei der Jugendseelsorgerkonferenz entstanden, berichtet Marincel. Angesichts der parallel in der Familienbildungsstätte Ibbenbüren laufenden Bibelausstellung habe man überlegt, ein Pendant speziell für Jugendliche zu gestalten. "Sie soll ihnen Themen aus der Bibel nahebringen", erklärt Marincel, "die Jugendlichen sollen diese erfahren können." Dass das gelingt, daran hat das Team ein Jahr lang gearbeitet. "Wir haben uns intensiv in die Lebenswelten der Jugendlichen versetzt", beschreibt Stefanie Bockholt, "uns gefragt, welche Themen so brennen, dass sie Jugendliche ansprechen, und wie wir sie erlebbar umsetzen können."
Das Ergebnis dieser Arbeit kann sich sehen und vor allem erkunden lassen. Die Ausstellung besteht aus sieben Räumen mit biblischen Schwerpunkten und dazu passend vielfältigen Stimmungen. Gemeinsam ist allen, dass die Jugendlichen aktiv werden können: schreiben, gestalten, nachdenken oder eben auch einfach nur mit anderen Brot teilen.
So wie die Jugendlichen macht sich auch der Weihbischof auf den Weg durch die Ausstellung. Im Raum ,Intrigen und Verrat‘ sieht er sich in düsterem Umfeld mit nur durch Schwarzlicht erkennbaren Schildern konfrontiert, die biblische Texte mit Phänomenen wie Mobbing, Rufmord und Shitstorm verbinden und zugleich Auswege aufzeigt, Respekt beispielsweise.
Dass neben dem Schweren die Erlösung dargestellt wird, ist dem Weihbischof auch im Raum ,Tragödie‘ ein Anliegen. Viele Kreuze sind zu sehen: Am Kreuz ,Schule‘ hängen zerknüllte Zettel mit Rechenaufgaben, am Kreuz ,Trennung‘ ein zerteiltes Seil. Die Erlösung findet sich an einer Klagemauer, in deren Ritzen die Besucher Zettel mit ihren Nöten stecken. Diese Zettel werden die Organisatoren ins Osterfeuer werfen – Symbol der Erlösung durch Jesus.
Die Geschichte von Hiob im Raum ,Drama‘, die wichtigen Dinge im Leben im Raum ,Wellness‘, biblische und andere Wunder im Raum ,Echte Wunder‘, weibliche Vorbilder aus Bibel und Jetzt-Zeit im Raum ,Starke Frauen‘, daneben ein Boxsack, an dem sich auch der Weihbischof versucht, die duftende Tafel im Raum ,Kochen und Genießen‘: Die Jugendlichen entdecken, tuscheln, probieren, schreiben, denken. In den Leseecken zwischen den Stationen nehmen sie den Star der Ausstellung, das ,Buch der Bücher‘, in die Hand. "Cool", sagt ein Mädchen und deutet auf eine Lego-Bibel, "ich wusste nicht, dass es so was gibt.".
"Gerade in und mit kleineren Gruppen findet sich hier immer wieder Raum für intensive Gespräche", hat Moormann erfahren. Zwölf Klassen mit rund 350 Schülerinnen und Schülern haben nach seinen Angaben bisher die Ausstellung besucht, dazu einige Messdienergruppen.
Für sie alle formuliert der Weihbischof einen Wunsch: "Die Ausstellung zeigt, dass der Glaube alltagsfähig ist. Ich hoffe, alle, die hier waren, nehmen das mit und begegnen in ihrem Leben Menschen, die das leben." Ausdrücklich dankt Hegge den Organisatoren. "Man merkt, dass die Ausstellung Jugendliche anspricht", sagt er, "und es ist interessant zu verfolgen, wie sie Kreuz und Erlösung erleben." In diesem Sinne wird der Weihbischof sich auch im Gästebuch der Ausstellung verewigen, unter vielen anderen positiven Rückmeldungen: "In dieser Ausstellung kann man Jesus entdecken, denn er begegnet uns im Alltag unseres Lebens."
Weitere Infos über die Ausstellung, die im Sommer nach Rheine kommen wird, gibt es bei Mareike Schraut unter der E-Mailadresse schraut-m[at]bistum-muenster.de.
Text: Bischöfliche Pressestelle
Kontakt: Pressestelle[at]bistum-muenster.de
