WB Zekorn traf sich mit Verbänden
Die katholischen Verbände sollen die Freude am Evangelium stärker nach außen tragen. Dazu forderte Weihbischof Dr. Stefan Zekorn am Dienstag (1. April 2014) Vertreter der Vereinigungen aus dem Kreisdekanat Warendorf bei einer Veranstaltung in der Landvolkshochschule (LVHS) "Schorlemer Alst" in Freckenhorst auf.
Eingeladen hatte die Katholische Landvolkbewegung (KLB) unter dem Titel "Die Welt ist Gottes voll – welche Rolle spielen katholische Verbände in der Pastoral der Zukunft?"
Rund 50 Vertreter von Kolping, KLB und Caritas, Katholischer Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) und Katholischer Frauengemeinschaft (KFD) sowie der Katholischen Landjugend-Bewegung (KJLB), der Pfadfinder und der KLB-Seniorengemeinschaft waren der Einladung gefolgt. Bei der Vorstellung ihrer Gruppierungen wurde deutlich, wie breit gefächert die Aktivitäten der katholischen Verbände im Kreisdekanat Warendorf sind. Dabei sind vor allem die Jugend- und Hilfsorganisationen personell vergleichsweise gut aufgestellt. Anders sieht es hingegen unter anderem bei KAB und KFD aus: Diese Verbände weisen einem hohen Altersschnitt auf, es mangelt an Nachwuchs.
"Die Statistik ist aber nicht alles", erklärte Zekorn. Mit ihrem unermüdlichen Engagement gestalteten die Verbände "Kirche lebendig mit". Klar sei aber auch, so der Weihbischof, dass es keine gute Zeit für Verbände sei: "Wir haben in unserer modernen Gesellschaft viele Möglichkeiten, unsere Freizeit zu gestalten – aber nur wenig Zeit." Sich dauerhaft an einen Verband zu binden und feste Aufgaben zu übernehmen, sei für viele Menschen heute schwierig. Als Ursachen nannte Zekorn flexible Arbeitszeiten und hohe Anforderungen auf allen Ebenen des gesellschaftlichen Lebens. Aber auch die Berufstätigkeit der Frauen sowie die Säkularisierung der Gesellschaft trügen dazu bei, dass es den katholischen Verbänden immer schwerer falle, Mitglieder zu gewinnen.
Patentrezepte dagegen hatte Weihbischof Zekorn nicht mit nach Freckenhorst gebracht. Auch zeigte er Verständnis für eine gewisse Traurigkeit in manchen Verbänden. Trotzdem machte er den Zuhörern Mut und forderte sie auf, den Blick wieder mehr nach vorn zu richten. Drei Dinge gelte es zu beachten, so Zekorn. Erstens müssten die Verbände die Freude an ihrem Tun mehr nach außen tragen. Zweitens benötigten sie ein klares Profil und sollten die Fragen, was sie täten und wofür sie stünden, in der Öffentlichkeit deutlicher als bisher beantworten. Das beziehe sich auf konkrete Aufgaben und Zielsetzungen des Verbandes, aber auch auf den christlichen Glauben als Basis. "Das ist unser Alleinstellungsmerkmal", betonte der Weihbischof.
Als dritten Faktor nannte Zekorn das "Zauberwort Projektorientierung" und berichtete beispielhaft von Erfahrungen des Sozialdienstes Katholischer Frauen in Münster. Sein Fazit: "Es ist erheblich leichter, ehrenamtliche Helfer für bestimmte Projekte zu finden als neue feste Mitglieder." Was sich aus einer punktuellen Mitarbeit im Einzelfall entwickelt, müsse man abwarten, so Zekorn.
Text: Bischöfliche Pressestelle
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