WDR 5 überträgt Gottesdienst aus dem Martinistift in Nottuln
Dank Übertragungen im Radio können auch kranke oder pflegebedürftige Menschen, die nicht selbst in die Kirche kommen können, Gottesdienste mitfeiern.
Am Sonntag, 20. Dezember, überträgt darum WDR 5 – NDR Info ist angeschlossen – um 10 Uhr den katholischen Gottesdienst aus dem Alexianer Martinistift in Nottuln. Zu hören ist der Gottesdienst auch live im Internet unter www.wdr5.de.
Den Gottesdienst leitet Pfarrer Dr. Jochen Reidegeld. Musikalisch gestaltet den Gottesdienst der Chor Da Capo unter der Leitung von Ruth Laubrock. Sie spielt auch die Orgel.
In der Predigt geht Pfarrer Dr. Reidegeld auf eine Gottesbegegnung ein, von der das Sonntagsevangelium berichtet. Darin geht es um den Besuch der schwangeren Maria bei ihrer ebenso schwangeren Cousine Elisabeth. Dem Evangelientext zufolge hüpft das Kind in Elisabeths Bauch vor Freude, weil es offenbar die besondere Gegenwart von Jesus in Maria spürt.
Reidegeld weiß, dass es Menschen heute oft schwer fällt, an so unmittelbar erfahrbare Gottesbegegnungen zu glauben, selbst, wenn sie grundsätzlich an Gott glauben. Reidegeld selbst setzt dem eine eigene Gotteserfahrung entgegen, die er im Januar im türkisch-syrischen Grenzgebiet gemacht hat, wo er mit einer Gruppe Hilfsgüter in die Flüchtlingslager brachte. "Ich muss ehrlich zugeben, dass ich selten so viel Angst hatte", erinnert er sich. Dennoch hätten ihm gerade die Erfahrungen der Ohnmacht, der Angst und der menschlichen Abgründe, in Kombination mit den kostbaren Momenten der Versöhnung gezeigt: "Gott teilt auch ihre Angst, ihre Not und ihre Sehnsucht nach einer Zukunft in Frieden und Sicherheit. Für mich ist diese Front eines unfassbar grausamen Krieges zum Ort der Gottesbegegnung geworden." Reidegeld vertraut darauf, dass die Botschaft Gottes überall erfahrbar sein kann.
Die Adventszeit sei besonders geeignet, sich darauf vorzubereiten. Dabei treffe man Gott vor allem bei den Menschen, "auf deren Seite er besonders steht: die am Rande stehen, die in ihrer Not das Licht der Hoffnung und die Kraft der menschlichen Zuwendung ersehnen."
Das Alexianer Martinistift ist keine Pfarrei im klassischen Sinne. Die Stiftung ist heute eine GmbH, die zurück geht auf eine Gründung durch den Orden der Canisianer im 19. Jahrhundert. Seit über 100 Jahren kümmert sich die Einrichtung um stark benachteiligte Jugendliche. Ihr Geschäftsführer Heinrich Bolle weiß, was für diese Arbeit wesentlich ist: "Ziel der Betreuung dieser Jugendlichen ist es, ihnen ein Gefühl zu vermitteln, dass es ihnen gut geht, sie Lebensfreude entwickeln können, sie von den Erwachsenen gewollt sind und sie bei der Erreichung ihrer Ziele unterstützt werden."
Als zusätzliche Herausforderung kamen in den vergangenen Monaten die Flüchtlingsströme hinzu. Mit großem Einsatz hat sich laut Bolle die Alexianer Martinistift GmbH vor allem der Betreuung unbegleiteter, minderjähriger Flüchtlinge gestellt. "Wir wollen ihnen helfen, ihren Weg in eine gute Zukunft zu finden", sagt Bolle.
In ihrem Einsatz für Jugendliche drückt sich die bleibende christliche Motivation der heutigen GmbH aus, der ihr Patron, der Heilige Martin, ein besonderes Vorbild ist. Mit einem Arbeitskreis gestaltet Bolle darum auch das christliche Leben am Martinistift. Der Sonntagsgottesdienst um 10 Uhr gehört zum festen Rhythmus. Der Arbeitskreis, der aus Mitarbeitenden und Nachbarn des Martinistifts besteht, arbeitet daher auch an der Gottesdienstübertragung mit.
Foto: Andreas Schmitz
Text: Bischöfliche Pressestelle
Kontakt: Pressestelle[at]bistum-muenster.de
