Weihbischof Dieter Geerlings feierte Antoniusfest in fünf Sprachen

"In all den Umbrüchen auch in unserem Leben hat Gott doch seine Gegenwart verheißen. Das kann uns ein Trost sein." An das Leben des heiligen Antonius, das von Überraschungen und Wendungen gezeichnet war, erinnerte Weihbischof Dieter Geerlings am Samstag (15. Juni) während eines Pontifikalamtes in der münsterschen St.-Antonius-Kirche.

Aus Anlass des Patronatsfestes feierte der Bischof mit den Mitgliedern der früheren Antonius-Gemeinde und der dort ansässigen polnisch-, tamilisch-, spanisch- und arabischsprachigen Gemeinden das Internationale Antoniusfest.

Der heilige Antonius von Padua (1194-1231) sei ein Mensch gewesen, der das Zerschlagen seiner Pläne hinnehmen musste, so Geerlings in seiner Predigt. "Sein Wunsch war es, in Afrika die Heiden zu missionieren und als Märtyrer zu sterben." Aber er wurde krank, musste mit dem Schiff zurück in seine Heimat Portugal, gelangte durch einen Sturm aber nach Italien und wurde später wegen seiner großen Redebegabung Prediger. "Wie sehr hat Antonius das Scheitern als Krise seines Lebens empfunden?", fragte der Weihbischof und fuhr fort: "Antonius gelangte auf den Boden der Tatsachen seines Lebens und seiner Bestimmung. Gott holte ihn wieder ans Licht gemäß seiner Fähigkeiten." Die ersehnte Mission in Marokko sei nicht sein Weg gewesen. Antonius habe gesehen, Gott hat etwas Neues für ihn.

Geerlings zog Parallelen zu Petrus und zitierte aus dem Johannes-Evangelium dessen Berufung zum Hirten: "Weide meine Schafe!", hatte Jesus Petrus nach der wiederholten Frage, ob er ihn liebe, aufgefordert. "Petrus war aber im Glauben gegenüber Jesus schwach", sagte der Weihbischof. Antonius aber habe das Vertrauen in die Gegenwart des Herrn erkannt - trotz aller Schwäche. "Er ließ neue Eindrücke in sich hinein." Geerlings erinnerte seine Zuhörer, von denen viele aus fernen Ländern nach Münster gekommen sind, an ihr eigenes Schicksal: Durch Kriege und andere Umbrüche hätten auch sie einen neuen Anfang gewagt. In den Widerfahrnissen des Lebens die Stimme Gottes entdecken - das sei das Ziel.

Das Pontifikalamt wurde in zahlreichen Sprachen gefeiert, internationale musikalische Klänge rundeten es ab. Danach führten die Gläubigen ihr Antoniusfest hinter der Kirche fort. Auf dem Programm: Gespräche, kulinarische Köstlichkeiten und Musik. "Es ist ein schönes Miteinander", fand Dorothea Raspe, Mitglied der Gemeinde St. Joseph in Münster-Süd. "Es geht in jeder Sprache - auch während der Messe." Sie besucht das Fest jedes Jahr. Wie auch Agnieszka Kruczkowski. "Das ist ein Anlass zum Feiern", fand die 21-jährige Tochter polnischer Eltern.

"Im Bistum Münster sind 16 Sprachen vertreten und noch mehr Nationalitäten", berichtete Franz-Thomas Sonka vom Referat Seelsorge für Katholiken anderer Muttersprachen. Das Antoniusfest sei in dieser Form vor fünf Jahren auf die Beine gestellt worden. Nun lebe es. "Das ist auch ein wichtiges politisches Zeichen", fand Sonka: "Es geht auch international."

Text: Bischöfliche Pressestelle
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