Weihbischof Geerlings beim Neujahrsempfang der AusbbildungPaten

Das Engagement des Vereins ,AusbildungsPaten im Kreis Recklinghausen e.V.‘ hat am 14. Januar Weihbischof Dieter Geerlings beim Neujahrsempfang des Vereins gewürdigt.

Geerlings gehört dem Beirat des Vereins an, in dem 90 erwachsene Paten Jugendliche bei der Berufswahl, bei der Bewerbung und während der Ausbildung ehrenamtlich unterstützen.

Diese Arbeit, betonte Geerlings während des Empfangs im Bildungszentrums des Handels in Recklinghausen, sei für ihn persönlich ebenso wertvoll wie für die Kirche. "Schließlich ist Pate auch in den christlichen Kirchen ein Ehrenamt", erklärte der Weihbischof. Das Wort Pate komme vom lateinischen ,pater spiritualis‘ beziehungsweise ,patrinus‘ und bedeute ,Mit-Vater / Mit-Mutter‘.

"Erwachsene helfen jungen Menschen, die ihren Platz in der Gesellschaft finden müssen", sagte Geerlings, "davon leben Gesellschaft und Berufswelt."

2003 hatte das Bistum Münster Geld den Start des Projekts finanziert. 2007 hatte der Verein es übernommen. "Dass dieses Projekt heute ein solcher großer und bedeutender Verein geworden ist, ist großartig", lobte Geerlings. Der Verein bedankte sich seinerseits bei Geerlings. Dank seiner Fürsprache könne die Geschäftsstelle in dem im Umbau befindlichen Erich-Klausener-Haus in Recklinghausen bleiben, hieß es.

Der Neujahrsempfang stand unter dem Leitgedanken des Vereins ,Wir können es uns nicht leisten, junge Leute auszusortieren, links liegen zu lassen – und so sozialen Brennstoff zu produzieren.‘ Die Vereinsvorsitzende Gudrun Gabriel begrüßte rund 80 Anwesende, darunter AusbildungsPaten, Patenjugendliche, Bürgermeister und Beigeordnete der Städte Recklinghausen, Dorsten, Haltern und Herten, Kooperationspartner wie Industrie- und Handelskammer, Kreishandwerkerschaft, Agentur für Arbeit, Schulen, Bildungsträger, Jobcenter und Wirtschaftsförderung.

Auch Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke als Schirmherr des Vereins nahm an dem Empfang teil. Er bezeichnete die Arbeit der AusbildungsPaten als "Gebot der Klugheit. Denn man darf junge Menschen nicht links liegen lassen, man muss ihr Potenzial entfalten." Ehrenamtliche könnten hier oft viel mehr leisten als der Staat, weil für sie viele Wege kürzer seien. "Die AusbildungsPaten schließen eine Lücke", sagte Klenke, "lebenserfahrene Personen helfen denen, die noch keine Lebenserfahrung haben." Die Arbeit der AusbildungsPaten sei ein Exportartikel, den er gern in anderen Städten seines Regierungsbezirks installiert sähe.

Christoph Tesche, Bürgermeister der Stadt Recklinghausen, zeigte sich stolz, dass die AusbildungsPaten in Recklinghausen beheimatet sind. Jugendliche brauchten eine Ausbildung, das sei auch volkswirtschaftlich gesehen eine Notwendigkeit. Die AusbildungsPaten seien Katalysator, damit Jugendliche nicht blind falschen Propheten folgten.

Mit Blick auf die Situation im Kreis Recklinghausen, wo es einerseits Bewerbermangel für bestimmte Ausbildungsberufe und andererseits unversorgte Bewerber gebe, forderte Gudrun Gabriel alle, die mit Jugendlichen zu tun haben, auf, ihren Einfluss geltend zu machen. "Motivieren Sie die jungen Leute zu freiwilligen Betriebspraktika, informieren Sie über Alternativberufe", riet sie, "bringen Sie diejenigen, die nur aus Unsicherheit oder Bequemlichkeit weiter zur Schule gehen wollen, davon ab, und zeigen Sie die Chancen einer Ausbildung auf!" An die Betriebe appellierte Gabriel, auch schwächeren Bewerbern eine Chance zu geben. Sie empfahl ihnen, schwächere Auszubildende in geeigneter Weise zu unterstützen, und außerdem in Schulen gezielt Lust auf Ausbildung zu machen.

Aufgelockert wurde der Empfang durch drei junge Rapper. Sie hatten ihre Beiträge inhaltlich auf die Situation junger Menschen ausgerichtet: "Lass dich nicht runterziehen, lass dich nicht unterkriegen! Alles wird gut, Mann, du schaffst das schon!"

Weitere Informationen gibt es unter www.ausbildungspaten.de.

Text: Bischöfliche Pressestelle
Kontakt: Pressestelle[at]bistum-muenster.de