Weihbischof Theising firmt Jugendliche aus dem ,Haus Freudenberg‘

Weihbischof Wilfried Theising hat am Vormittag des 29. Mai in der Klever Stiftskirche 18 Jugendlichen aus der Förderschule ,Haus Freudenberg‘ das Sakrament der Firmung gespendet.

Ein besonderer Tag war es für die Firmlinge, ihre Angehörige und die vielen Mitschülerinnen und Mitschüler, die mit ihren Lehrern an dem "großen Fest des Glaubens und der Freude", wie es Weihbischof Theising in seiner Begrüßung nannte, teilnahmen. Die jungen Menschen, die heute das Firmsakrament empfingen, sind zum Teil in ihrer Persönlichkeitsentwicklung erheblich beeinträchtigt, andere haben Schwierigkeiten beim Lernen. Schon beim Einzug in die gut besuchte Stiftskirche wurden sie mit herzlichem Beifall empfangen.

,Wir bauen eine Brücke zu Gott und den Menschen‘: Unter diesem Motto stand die Heilige Messe und standen viele Elemente, mit denen sich die Firmlinge selbst einbrachten. Immer ging es darum, wie man seinem Gegenüber und wie man Gott begegnet. Für das Ereignis hatte das Vorbereitungsteam im Vorfeld eine große Brücke, bestückt mit den Fotos des Jugendlichen, gebaut. Diese selbst setzen ,Brückensteine‘ mit ihren Wünschen und Vorstellungen rund um das Thema ihrer Firmung hinzu.

"Mit dem heutigen Tag habt Ihr eine Brücke zu allen gebaut, die in der Kirche sind", nahm Weihbischof Theising das Bild in seiner kurzen Predigt auf. Die Brücke zu Gott werde sichtbar, wenn man gemeinsam bete und Gottesdienst feiere. Theising bedankte sich bei den Firmlingen, dass sie an diesem Tag Brückenbauer seien. Mit den Worten "der gute Geist Gottes schenke Euch ganz viel Liebe und ganz viel Gutes" leitete er dann die Spendung des Firmsakraments ein. Mit einer großen Innigkeit waren die jungen Menschen dabei, als ihnen der Weihbischof in Gegenwart ihrer Paten die Hand auflegte.

"Freude und Begeisterung zeigten die Firmlinge schon in der Vorbereitung", berichtete die Sonderschullehrerin Ursula Pintzke. Sie hatte vor 30 Jahren mit ihrer Kollegin Gertrud Wiegersma die Verantwortung übernommen, sich um die Firmanwärter in der Förderschule ,Haus Freudenberg‘ zu kümmern. In der Einrichtung mit dem Schwerpunkt ,geistige Entwicklung‘ werden etwa 240 Schülerinnen und Schüler von rund 70 Lehrerinnen und Lehrern ganztägig unterrichtet. Da ist die Firmvorbereitung eine besondere Herausforderung. "Besonders wichtig ist es, auf die Möglichkeiten aller Jugendlichen individuell einzugehen, um ihnen die Bedeutung der Firmung zu vermitteln", erklärte Pintzke, "wir arbeiten dabei viel mit handlungsorientierten Elementen. Dazu gehören Legebilder, Rollenspiele und einfache Texte."

In einer Projektwoche werden die jungen Menschen auf das große Ereignis vorbereitet. Bei Informationsabenden bezieht die Schule auch die Eltern in die Vorbereitung ein.

Auf spezielle Materialien zur Firmvorbereitung für Menschen mit Beeinträchtigungen können Gertrud Wiedersma und Ursula Pintzke kaum zurückgreifen. Sie sind selbst gefordert, eigene Mappen für jeden der Schüler zu entwickeln.

Erfreulich gut läuft nach ihren Angaben die Zusammenarbeit mit der Pfarrgemeinde und die Abstimmung mit Propst Johannes Mecking, der mit Weihbischof Theising die Heilige Messe zelebrierte. Damit auch in Zukunft die Firmvorbereitung in der Schule sichergestellt ist, haben die beiden Lehrerinnen, die kurz vor dem Erreichen der Ruhestandsgrenze stehen, bereits Nachfolgerinnen organisiert. Sie werden die künftigen Firmlinge begleiten.

"Es war wunderbar, hier mit euch zu feiern und eure Freude zu erleben", sagte der Weihbischof Theising zum Abschluss der Gottesdienstes. Sein Dank galt allen, die zur Organisation und zum Gelingen beigetragen hatten. Ursula Pintzke wünschte den Firmlingen, "dass ihr in eurem Leben noch viele Brücken erfolgreich bauen könnt".

Ein besonderer Gottesdienst muss mit einem besonderen Lied enden. Hierfür hatte sich der Schulchor einen Titel ausgesucht, der perfekt zu dem Thema des Tages passte: ,Über sieben Brücken musst du geh’n‘ von der Band Karat.

Die Firmung ist eines der sieben Sakramente der Katholischen Kirche. Wie Taufe und Erstkommunion dient sie der Eingliederung in die Gemeinschaft. Die Firmlinge sollen, gestärkt durch die Gaben des heiligen Geistes, künftig den christlichen Glauben in der Welt bezeugen.

Text: Bischöfliche Pressestelle
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