Weihbischof Zekorn predigte zum Fest Mariä Himmelfahrt

Als "kirchlichen Anti-Doping-Tag" hat Weihbischof Dr. Stefan Zekorn am 15. August das katholische Hochfest Mariä Himmelfahrt bezeichnet. Aus Anlass des Festes feierte er eine heilige Messe im St.-Paulus-Dom Münster.

"Doping ist der Versuch, mehr aus dem Körper herauszuholen, als er eigentlich leisten kann", erklärte Zekorn unter Bezug auf die laufenden Olympischen Spiele, "Doping nimmt den eigenen Leib nicht ernst, sondern behandelt ihn wie eine Maschine." An Mariä Himmelfahrt feiere man, dass die Gottesmutter "mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen" wurde. Dabei werde deutlich, welche Bedeutung des Leibs im christlichen Glauben deutlich und wie man mit ihm umgehen solle.

Zwar habe es in der Kirchengeschichte immer wieder "leibfeindliche Tendenzen" gegeben. Diese deckten sich aber nicht mit der grundlegenden Botschaft des Glaubens und seien auch kein durchgängiger Zug. Mit Blick auf die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus betonte Zekorn, dass dadurch im christlichen Glauben dem Leib eine eigene Würde und eine entsprechende Verantwortung zukämen. "Der Leib ist nicht irgendein Ding oder ein notwendiges Übel, ein Annex, der irgendwie zur Seele dazukommt", sagte der Weihbischof, "der Leib hat eine eigene Würde, die es möglich macht, das er Wohnort des Heiligen Geistes sein kann."
Der von Gott geschaffene Leib sei so schön und gut, dass die ersten Menschen einfach hätten nackt sein können. Erst ihr Egoismus und ihre falsche Begehrlichkeit hätten sie dazu gebracht, sich voreinander zu schämen. Seitdem trage der Menschen Verantwortung dafür, wie er mit seinem Leib umgehe.

Mit einem verwandelten Leib werde dem christlichen Glauben zufolge der Mensch auch in den Himmel kommen. "Die Auferstehung des Leibes ist wesentlicher Bestandteil des Glaubens, wie er in den Glaubensbekenntnissen formuliert ist und im Glaubensgeheimnis der Aufnahme Mariens in den Himmel, das wir heute feiern", betonte Zekorn. In der Konsequenz dürfe der Mensch sich an der Schönheit des Leibes freuen und müsse einen rein technischen Blick auf diesen vermeiden. Das gelte für falsche Schönheitsideale, für Doping im Sport, für die Ausbeutung durch Prostitution oder durch zu schwere Arbeit, aber "auch für die Versuchung, die eigene Sexualität zu ‚technisch‘ zu sehen, obwohl sie doch in erster Linie Ausdruck liebender Hingabe ist." Zugleich rüttele die Würde des Leibes "auf gegen die zunehmende Gleichgültigkeit in unserer Gesellschaft hinsichtlich des menschlichen Lebens an seinem Beginn und im Alter."

"Schauen wir heute also auf Maria, die von Gott mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen wurde, und so Urbild aller Erlösten, also unser Urbild geworden ist", lud Zekorn abschließend ein. Maria zeige, dass der Mensch, gerade, wenn Krankheit und Tod ihn bedrängten, auf "die Erlösung unseres Leibes setzen" dürfe. Diese christliche Perspektive fasste Zekorn abschließend zusammen: "Wenn einmal am Ende unseres Lebens keine Weise des Dopings mehr hilft, wenn wir aus unserem Leib nichts mehr herausholen können, dann wird Gott unserem Leib das Letzte, nämlich die Vollendung, gewähren, indem er ihn erlöst und ihm Ewigkeitswert schenkt."

Text: Bischöfliche Pressestelle/16.08.16
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