Weihbischof Zekorn spendet sechs Studierenden das Firmsakrament

Der Heilige Geist ist eine Stärke, der Kraft und gleichzeitig Gelassenheit schenkt. Den Wunsch, dies im eigenen Leben zu erfahren, hat Weihbischof Dr. Stefan Zekorn sechs Studierenden mit auf den Weg gegeben, die er am 15. Januar in der Petrikirche in Münster firmte.

"Mein Leben ist reicher, wenn ich aus der Kraft des Heiligen Geistes lebe", erklärte er.

Die sechs jungen Frauen und Männer, von denen bereits zwei vor kurzem ihr Studium beendet haben, hatten sich in der Adventszeit auf die Firmung vorbereitet. Begleitet von Studentenpfarrer André Pollmann nutzten sie die "Exerzitien im Alltag," ein Angebot der Katholischen Studierenden- und Hochschulgemeinde (KSHG), um Gott im Alltag wahrzunehmen und ihr eigenes Leben zu reflektieren.

"Es muss doch mehr als Alles geben" – anhand dieses Satzes der Theologin Dorothee Sölle ging Weihbischof Zekorn in seiner Predigt auf "die unendliche Sehnsucht im Menschen" ein. "So viele Feten wir auch feiern, so viel Musik wir auch hören, so vielen Hobbys wir auch nachgehen: Nichts kann diese unendliche Sehnsucht in uns wirklich erfüllen", verdeutlichte er. Obwohl diese offene Sehnsucht wichtig sei, um den Menschen immer wieder anzutreiben und zum Weitersuchen zu bewegen, bestehe gleichzeitig die Gefahr, "atemlos durchs Leben zu hechten". "Ich persönlich kann mit dieser unendlichen Sehnsucht aus der Beziehung mit Gott heraus in Frieden leben. Es prägt mein Leben, dass ich die Art und Weise, wie ich meinen Dienst tue, wie ich bete, wie ich Gottesdienst feiere, nicht nur aus mir selbst heraus tue, sondern im Kontakt mit Gott", erklärte er den Studierenden.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern auf der Welt sei es in der heutigen Gesellschaft nicht selbstverständlich, eine solche Beziehung zu Gott zu finden. Weihbischof Zekorn erzählte von einer Begegnung mit Studierenden aus Ghana, "für die es nicht vorstellbar ist, ohne Gott zu leben und ohne Gott glücklich zu sein". Auch diese Erfahrung verdeutliche, dass es durchaus möglich sei, selbstverständlich aus einem Kontakt zu Gott zu leben. "Diese Kraft, die darin liegt, treibt uns auch in schwierigen Situationen an, weiterzugehen", fasste Zekorn zusammen und fügte eine eigene Erfahrung an: "Wenn ich mich in den vergangenen Monaten zur Flüchtlingssituation geäußert und deutlich gemacht habe, dass wir Menschen und gerade wir Christen verpflichtet sind, den Menschen, die aus extremer Not zu uns kommen, zu helfen, habe ich darauf manchmal sehr heftige Reaktionen bekommen". Sich in diesen Situationen für die Kraft und den Rat des Heiligen Geistes zu öffnen, könne ermutigend sein.

Als eine solche Ermutigung empfand auch Jurastudentin Nina Graw die Firmfeier. Nachdem sie über Freunde die KSHG kennengelernt hatte, entschied die 20-Jährige ganz bewusst, sich firmen zu lassen. "Ich habe mich als Jugendliche gegen das Sakrament entschieden, weil mich die Institution Kirche nicht angesprochen hat", erzählt sie. In der KSHG habe sie dann Menschen kennengelernt, die zwar ebenfalls Kritik an manchen Auffassungen der Kirche äußern, sich aber aufgrund ihres Glaubens gemeinsam engagieren und einbringen. "Das hat mich beeindruckt, so möchte ich auch leben."

Bildunterschrift: Die Firmanden mit Weihbischof Dr. Stefan Zekorn: (von links) Weihbischof Zekorn, Nina Graw, André Zumdick, Ronja Johnen, Annemarie Landwehr, Benedikt Huesmann und Sophia Dinklage.

Text: Bischöfliche Pressestelle / 15.01.17
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Foto: Ann-Christin Ladermann / Bischöfliche Pressestelle