Weil Papier nicht geduldig ist
Auch Papier braucht Notfallvorsorge und Notfallhelfer. Das zeigt die Ausstellung "Papier ist nicht geduldig. Die Erhaltung von Schriftgut und Grafik". Von Freitag, 22. April, bis Freitag, 3. Juni, wird sie in der Diözesanbibliothek Münster zu sehen sein.
Papier ist in der Tat nicht geduldig, sondern hat keine Stimme, um vor Gefahren zu warnen, die ihm drohen. Wenn Schäden durch mechanische Beanspruchung, säurehaltige Chemikalien oder Klimaeinflüsse sichtbar werden, darf die Rettung nicht mehr lange auf sich warten lassen. Andernfalls ist der endgültige Verlust des Schriftguts die Folge.
Auf elf Schautafeln und anhand ausgewählter historischer Werke aus der Diözesanbibliothek zeigt die Ausstellung, welche Schäden schriftlichem Kulturgut drohen und wie sie vermieden werden können. Im Fokus stehen alte Handschriften und Drucke, Grafiken und Fotografien sowie kostbare Siegel und Einbände aus Leder oder Pergament. Schadensprävention durch sachgerechte Lagerung in klimatisierten Magazinräumen und die individuelle Papier- und Buchrestaurierung einzelner Objekte werden veranschaulicht. Der Blick auf Katastrophen wie den Brand der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar und den Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln belegt die Bedeutung der Notfallvorsorge.
Die Rekonstruktion eines mittelalterlichen Holzdeckelbandes, den die Besucher auch berühren dürfen, macht buchstäblich begreifbar, aus welchen Materialien ein alter Bucheinband besteht. Drei Vitrinen mit Handschriften und Drucken der Zeit von 1518 bis 1863 geben weitere Einblicke in Schadensbilder. Die wertvollen Originale demonstrieren, wie dramatisch sich Wasser und Feuer, Bücherschädlinge und Schimmel auswirken können.
Die Ausstellungseröffnung findet am Donnerstag, 21. April, um 19 Uhr statt. Um Anmeldung unter Tel. 0251 / 4956380 wird gebeten.
Der Eintritt ist frei. Die Diözesanbibliothek hat montags bis freitags von 9 Uhr bis 18 Uhr geöffnet.
Weitere Infos gibt es unter www.dioezesanbibliothek-muenster.de oder unter Tel.: 0251 / 495 63 80.
Bildunterschrift: Die Larven eines Nagekäfers, der auch als Bücherwurm bekannt ist, haben sich durch diesen alten Holzdeckelband aus dem 17. Jahrhundert gefressen.
Text: Bischöfliche Pressestelle / 15.04.16
Kontakt: Pressestelle[at]bistum-muenster.de
