Wenn Web 2.0 auf barocke Quellen stößt

Wie Fachleute Web 2.0-Verfahren nutzen können, um in Kooperation historische Dokumente zu erschließen, ist Thema eines deutsch-niederländischen Seminars am Montag (5. Mai 2014) im Niederrheinischen Museum für Volkskunde und Kulturgeschichte in Kevelaer.

Die Informationstechnologie und das Internet bieten Möglichkeiten an, die gleiche Quelle von mehreren Personen und Orten aus bearbeiten zu lassen. So kann die Kompetenz mehrerer Fachleute in ein Erschließungsprojekt einfließen. Auch die Beteiligung Ehrenamtlicher mit ihren breiten Lokal- und Spezialkenntnissen wird deutlich erleichtert.

Wie das funktioniert, verdeutlicht das Seminar anhand eines deutsch-niederländisches Projekt zur Erschließung der Visitationsprotokolle im holländischen Altbistum Roermond (1559 bis 1801), zu dem damals auch einige Pfarreien der Bistümer Münster und Aachen gehörten. Das Projekt haben das Bistum Roermond und das LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum aus Pulheim kürzlich fertiggestellt.

Die Projektbeteiligten haben die Visitationsprotokolle, die aus dem Zeitraum von 1666 bis 1799 überliefert sind, gemeinsam digitalisiert, transkribiert, vom Lateinischen ins Deutsche und Niederländische übersetzt und ins Internet gestellt. Dafür eignen sich die Protokolle wegen ihres gleichartigen Aufbaus gut, außerdem sind sie für die Orts- und Kirchengeschichte ebenso interessant wie für die volkskundliche und kunsthistorische Forschung.

Die Federführung des Projektes und die eigentliche Arbeit lagen bei den niederländischen Beteiligten, unterstützt vom Landschaftsverband Rheinland (LVR). Das Bistum Münster hat das Projekt finanziell gefördert, und Weihbischof Wilfried Theising hatte im vergangenen Herbst an der offiziellen Veranstaltung zur Freischaltung des entsprechenden Internetauftritts teilgenommen. Beim jetzigen Seminar wird außerdem Dr. Heinz Mestrup vom Bistumsarchiv in Münster einen Vortrag halten.
Inhaltlich werden in dem Seminar des Weiteren der Rechtsakt der Visitation und die Quellengruppe der Visitationsprotokolle erläutert. Ebenso stellen die Verantwortlichen die Projektergebnisse vor.
Die Teilnahme am Seminar kostet 40 Euro. Darin sind Tagungsunterlagen, Mittagsimbiss und Pausengetränke enthalten.

Weitere Infos, auch zur Anmeldung, gibt es beim LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum unter Tel 02234 / 9854-313 und -225 sowie per E-Mail unter afz.fortbildungszentrum[at]lvr.de.


Text: Bischöfliche Pressestelle
Kontakt: pressestelle[at]bistum-muenster.de
Foto: wikipedia/NorReyes/CC BY-SA 3.0