Wie Caritas in der Pfarrei funktioniert
"Wer lebt und wohnt hier mit uns?" lautete der Titel eines Studientages am 13. November 2014 in Kevelaer, welcher zur Veranstaltungsreihe "Leben in Fülle!" gehörte.
Die Reihe behandelt Fragestellungen der Arbeit von Caritas und Pastoral in Sozialräumen. Organisiert haben sie die Hauptabteilung Seelsorge des Bischöflichen Generalvikariats (BGV) Münster und der Caritasverband für die Diözese Münster.
Was ein Sozialraum ist, darauf ging Prof. Stefan Bestmann von der Katholischen Hochschule für Sozialwesen in Berlin in seinem Referat kurz ein. Als klassisches Beispiel nannte er ein Stadtviertel. Vor allem aber zeigte Bestmann den Anwesenden aus Caritas und Pastoral, wie Sozialraumanalyse funktioniert. Mit Hilfe von Gesprächen mit Bewohnern eines Stadtviertels, mit Hilfe eigener Beobachtungen dieses Sozialraumes und mit dem Sammeln statistischer Daten lasse sich ein gutes Bild von einem sozialen Raum gestalten und damit ein Sozialraum analysieren, erläuterte er.
Wie die Arbeit in einem Stadtviertel funktioniert, demonstrierten Hauptamtliche aus Pastoral und Caritas in der Gelderner Pfarrgemeinde St. Maria Magdalena. Sie verdeutlichten am Beispiel "Barbaraviertel" in Geldern, welche Projekte vor allem durch Gespräche mit Bewohnern angestoßen und später vollendet werden könnten.
"Ich bin immer gespannt, wie vor Ort Projekte in einem Sozialraum angegangen werden", sagte Professor Stefan Bestmann, "denn die Theorie, die ich vermittle, ist ja kein Allheilmittel. Es gibt immer Ideen der Tätigen vor Ort, die man für neue wissenschaftliche Thesen verwenden kann." Somit sei sein Vortrag auch nicht als ein "akademisches Von-Oben-Herab" zu verstehen.
In kleineren Gruppen wurden den Seminarteilnehmern weitere Kooperationsprojekte von Pastoral und Caritas vorgestellt: das Café Konkret in Uedem als ökumenisches Projekt, die Schulmaterialkammer, der Kleiderladen und der offene Mittagstisch in Duisburg und der Frauentreff International in Dinslaken. Theodor Damm, der die Veranstaltungsreihe "Leben in Fülle" mitgestaltete und das Seminar in Kevelaer moderierte, freute sich über das Signal, dass diese Kooperationsprojekte ausstrahlen: "Es zeigt, dass eine Zusammenarbeit zwischen Caritas und Pastoral, die für viele noch Neuland ist, funktioniert."
Domkapitular Klaus Winterkamp, Vorsitzender des Caritasverbands für die Diözese Münster, griff die Bedeutung der caritativen und pastoralen Zusammenarbeit im abschließenden Statement noch einmal auf. Er stellte sie in Bezug zum Pastoralplan des Bistums Münster einerseits und zu den Worten von Papst Franziskus andererseits: "Wenn wir den Auftrag haben, das Evangelium nicht nur zu verkünden, sondern es auch zu leben, dann ist niemandem geholfen, wenn wir nur liturgische Feste feiern oder nur eine helfende Hand ausstrecken."
Text: Bischöfliche Pressestelle
Kontakt: Pressestelle[at]bistum-muenster.de
