Wohnprojekt fördert junge Flüchtlinge

Die ersten jungen unbegleiteten Flüchtlinge sind in das ehemalige Institut für Diakonat und pastorale Dienste (IDP) an der Goldstraße in Münster eingezogen.

Am 9. November haben Vertreter des Bistums Münster und des Caritasverbands für die Stadt Münster die Nachbarn über den dortigen Wohn- und Schutzraum für geflüchtete Menschen informiert.

Das Bistum hatte Teile des Gebäudes für die Flüchtlingsarbeit des Caritasverbandes zur Verfügung gestellt. Nach weiteren Umbaumaßnahmen sollen ab Anfang kommenden Jahres auch zwei Wohnungen für Familien entstehen, die zu in ihrer Heimat religiös verfolgten Minderheiten gehören.

Generalvikar Dr. Norbert Köster betonte in seinem Grußwort, angesichts zahlreicher unbegleiteter junger Flüchtlinge in Deutschland habe sich die Frage gestellt, was das Bistum tun könne. Die Bereitstellung der Räumlichkeiten sei in einer schnellen Reaktion beschlossen worden. Insbesondere eine gute Ausbildung und Integrationschancen für die jungen Menschen hätten dem Bistum am Herzen gelegen.

"Der Caritasverband bringt seine Erfahrungen in der Jugendhilfe und im Migrationsdienst mit ein", hob Caritasvorstand Thomas Schlickum hervor, "auch das zur Caritas Münster gehörende Jugendausbildungszentrum ist in das Projekt eingebunden. Wir möchten, dass diese drei ,Räder‘ zum Wohl der jungen Flüchtlinge mit ihren speziellen Bedarf optimal ineinandergreifen." Im Mittelpunkt stünden Bildung und berufliche Ausbildung. Sprachkurse und Unterricht sollten angeboten werden. Eine Zusammenarbeit mit der benachbarten Katholischen Hochschule sei geplant.

19 junge Menschen werden im früheren IDP wohnen, gefördert und qualifiziert, um ihre Integration in Gesellschaft, Ausbildung und Beruf zu ermöglichen. "Je fünf Bewohner werden von einer sozialpädagogischen Fachkraft betreut", erläuterte Bernhard Paßlick, Abteilungsleiter beim Caritasverband für die Stadt Münster. Auch eine Nachtbereitschaft ist vorhanden. Die jungen Flüchtlinge leben in einzelnen Zimmern mit einem kleinen Bad. Insgesamt drei Wohngruppen mit jeweils einer Küche zur Selbstversorgung werden entstehen.

"Ihren Auftrag, sich von den Hoffnungen und Ängsten der Menschen anrühren zu lassen, muss die Kirche auch gegenüber den Geflüchteten erfüllen", sagt Pater Manfred Kollig, Leiter der Hauptabteilung Seelsorge beim Bistum, "wir als Bistum möchten nicht nur Wohnraum zur Verfügung stellen, sondern uns besonders im Bereich Bildung engagieren. In den Räumen an der Goldstraße möchten wir den Geflüchteten über Qualifizierung eine Chance für ihr zukünftiges Leben geben. Auf diese Weise unterstützen wir junge Menschen, ihre Fähigkeiten beruflich in unsere Gesellschaft einzubringen."

Zurzeit leben in Münster 212 minderjährige unbegleitete Ausländer. Die Stadt und freie Träger betreuen sie.

Leiterin des Projektes Jugendwohnen im ehemaligen IDP ist die Sozialpädagogin Anne Trahe, die bereits im Bereich Vormundschaften beim Caritasverband mit jungen Flüchtlingen gearbeitet hat. Die jungen Bewohner sollen ihren Angaben nach so lange betreut wohnen, bis sie selbstständig genug für eine eigene Wohnung sind.

Die Anwohner in der Goldstraße könnten sich stets bei Fragen an die Jugendwohnen-Mitarbeiter wenden. "Wir möchten mit Ihnen eine gute Nachbarschaft leben", versprach Trahe. Die zeigte sich übrigens gleich mit einer spontanen Fahrradspende noch am selben Abend.

Bildunterschrift: Mit den Besuchern tauschten sich aus (von links) Bernhard Paßlick, Anne Trahe, Moderatorin Graciela Sonntag und Ludger Vennenbernd vom Gebäudemanagement des Bistums Münster.

Text: Bischöfliche Pressestelle / 10.11.16
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