Zeichnungen von Monika Bartholomé jetzt im Franz-Hitze-Haus
24 mal 32 Zentimeter groß ist die Pinselzeichnung von Monika Bartholomé im Original. Bald wird sie über vier Millionen Mal in Deutschland zu sehen sein: Denn das Signet, das auf dem Plakat für die am Dienstag, 14. Mai in der Katholischen Akademie Franz-Hitze-Haus in Münster eröffnete Ausstellung "Alles auf Papier" wirbt, wird ab dem Advent die Titelseite des neuen katholischen Gesang- und Gebetbuches "Gotteslob" zieren.
Die Kölner Künstlerin war mit ihrem Mann nach Münster zur Eröffnung der Ausstellung gekommen. "Der Wunsch, hier eine Präsentation ihrer Werke zu zeigen, besteht beinahe so lange, wie wir uns kennen", bekannte Akademieleiter Prof. Dr. Thomas Sternberg, der die Einführung in die Ausstellung übernommen hatte. Erst, als er vor einigen Wochen im Kölner Atelier der Künstlerin zu letzten Absprachen zu Gast war, erfuhr er allerdings, dass Monika Bartholomé 19 Zeichnungen für das neue Gotteslob geschaffen hat – 18 von ihnen sind nun in der Akademie am von-Galen-Ring zu sehen.
Ganz bewusst nenne sich die 1950 geborene Künstlerin selber "Zeichnerin", denn "die Sprache der Hand" erkunde sie in all ihren Werken, sagte Sternberg. Mit wenigen Strichen könne sie Emotionen beim Betrachter erzeugen: Alle, die ihre Zeichnungen anschauten, die sich manchmal rätselhaft, oft mit Witz oder auch Provokation spielend zeigten, bekämen bei Bartholomé alle Freiheit der Interpretation. "Es sind Gedanken-Striche, die uns die Zeichnerin anbietet", sagte Sternberg. Hier sei nichts eindeutig, alles lasse Raum, sei offenes Zeichen. "Vielleicht verbinde ich etwas damit aus meinen Erinnerungen, aber das ist ein ganz subjektiver Vorgang bei jedem Einzelnen", sagte der Akademieleiter. Den einen berühre deshalb ein Bild vielleicht gar nicht, während jemand anderes stark davon betroffen werde – je nach der eigenen Erfahrung.
Genau diese Chance böten die Bartholomé-Zeichnungen im Gotteslob. "Denn manchmal – je nach Lebenssituation – wird man urplötzlich von einem solchen Zeichen ergriffen", verglich er diese Erfahrung mit dem Hören von Psalmen. Wie oft lausche oder lese man ohne inneren Bezug, bis einen plötzlich ein Vers bis ins Mark treffen könne. Hinter der scheinbar so selbstverständlich aus der Hand fließenden Zeichnung stehe großes handwerkliches Können im Umgang mit Bleistift, Pinsel oder dem Linolschnitt, den bevorzugten Techniken der Kölnerin.
Die Ausstellung "Alles auf Papier" ist bis zum 30. Juni im Franz Hitze-Haus zu sehen. Es ist ein Büchlein dazu erschienen, das unter anderem auch die Gotteslob-Zeichnungen beinhaltet. Auch kann man vor Ort das Plakat der Ausstellung erwerben.
Text: Bischöfliche Pressestelle
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