Zekorn begrüßt Klimapilger
`Verantwortung für die Schöpfung und Verantwortung für die Armen sind zwei Seiten derselben Medaille.
Denn wer leidet besonders unter den Umweltsünden der reichen Länder? Es sind die Armen in den Ländern des Südens. Das kann nicht so weiter gehen.´ Mit diesen Worten hat der Münsteraner Weihbischof Dr. Stefan Zekorn am 16. Oktober die Pilgerinnen und Pilger des ökumenischen Pilgerwegs für Klimagerechtigkeit auf dem Prinzipalmarkt in Münster begrüßt. Zekorn dankte den Pilgern, dass sie auf ihrem Weg ein klares Zeichen gegen den Klimawandel und für Klimagerechtigkeit setzten.
Unter dem Leitgedanken ,Geht doch!‘ führt der Pilgerweg vom Nordkap unter anderem durch das Bistum Münster bis nach Paris. Dort findet Ende November die Klimakonferenz der Vereinten Nationen statt, bei der ein neues internationales Klima-Abkommen beschlossen werden soll. Zekorn sagte, dass die Klimapilger allen, denen sie auf ihrem Weg begegneten und dann auch den Politikern in Paris zuriefen: `Werdet Euch bewusst, dass wir nur eine Welt haben! – Ändert Euer Denken und Verhalten! – Handelt so, dass Gottes Schöpfung auch auf Dauer ein gemeinsames Haus für alle Menschen sein kann!´ Der Weihbischof, der am Montag selbst eine halbe Tagesetappe mitgepilgert war, bezeichnete den Klimapilgerweg als `ein beeindruckendes Zeichen´. Es gehe darum, dass Gottes Schöpfung auch auf Dauer ein gemeinsames Haus für alle Menschen sein könne. Diese Gemeinsamkeit und Verbundenheit solle immer tiefer gelebt werden.
Eine besondere Verbundenheit bestehe derzeit auch zu den vielen Flüchtlingen, die Deutschland erreichten, erklärte Weihbischof Zekorn vor den Pilgerinnen und Pilgern. Ausgehend von der Enzyklika `Laudato Si´ von Papst Franziskus mahnte der Weihbischof einen Wandel im Umgang mit der Schöpfung an. Denn wenn es so weitergehe wie bisher würden sich in einigen Jahren weitere Millionen Menschen auf die Flucht begeben, weil ihre Lebensgrundlagen zerstört worden seien. `Und wir werden dann wieder sagen: ‚Hätten wir doch früher verantwortungsvoll gehandelt!‘´, warnte er. Der Eindruck, dass durch die Flüchtlinge das Land untergehe, täusche. Im Gegenteil: `Wir gehen unter, wenn wir unser Herz gegenüber der Not der Menschen verschließen´, sagte Zekorn. Gleichzeitig bezeichnete er die Flüchtlingssituation als große Herausforderung für Deutschland und Europa. `Aber: Ja, wir sind bereit, dafür Opfer zu bringen. Ja, wir wollen die Flüchtlinge bei uns aufnehmen´, rief er den Pilgerinnen und Pilgern zum Schluss zu.
Im Bistum Münster sind die Klimapilger noch bis zum 19. Oktober unterwegs. Ihr Weg führt sie in Tagesetappen nach Rinkerode, Herbern und Lünen.
Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.klimapilgern.de.
Text: Bischöfliches Generalvikariat
Kontakt: Pressestelle[at]bistum-muenster.de
