Zekorn bei Ukraine-Kundgebung

, Bistum Münster

„Die Ukrainer verteidigen nicht nur ihr eigenes Land – sie verteidigen unsere Freiheit.“ Bei einer Kundgebung vor dem Historischen Rathaus zum Gedenken an den vierten Jahrestag des russischen Überfalls auf die Ukraine hat Weihbischof Dr. Stefan Zekorn als bischöflicher Beauftragter für die Weltkirche im Bistum Münster den Ukrainerinnen und Ukrainern die weiterhin uneingeschränkte Unterstützung der katholischen Kirche von Münster zugesichert. 

Weihbischof Dr. Stefan Zekorn sicherte den Ukrainerinnen und Ukrainern bei einer Kund-gebung zum vierten Jahrestag des russischen Überfalls auf die Ukraine die uneinge-schränkte Solidarität der Kirche von Münster zu. Mariya Sharko von der Abteilung Weltkir-che des Bistums Münster (links neben Zekorn) hatte Gedenkveranstaltung mitvorbereitet.

© Bistum Münster

„Wir sind heute hier, weil wir wollen, dass die Ukraine weiterhin mit allem unterstützt wird, was zu ihrer Verteidigung und für das Leben der Menschen wichtig ist! Wir sind heute hier, um unsere Solidarität mit dem ganzen ukrainischen Volk in seinem Kampf um Leben und Freiheit zu bekunden!“ Den klaren Worten des Weihbischofs stimmten die Teilnehmenden der Mahnwache immer wieder mit Applaus zu. In seiner Rede richtete er den Blick auch auf Russlands Präsidenten Wladimir Putin: „Echter Friede in der Ukraine und darüber hinaus wird nur möglich, wenn das terroristische Regime in Moskau in seine Grenzen verwiesen und in seiner Macht beschränkt wird!“ Putin gehe es um die Wiedererrichtung des großrussischen Reichs. „Wir haben 2014 nicht geglaubt, dass die Besetzung von Teilen der Ukraine nur ein Schritt ist, dem weitere folgen. Es folgten weitere Schritte. Und es werden noch weitere folgen, wenn das russische Terrorregime nicht gestoppt wird“, warnte Zekorn davor, dem Aggressor politisch entgegenzukommen.

Mariya Sharko von der Abteilung Weltkirche des Bistums Münster, die die Gedenkveranstaltung mitvorbereitet hatte, sprach als Ukrainerin: „Ich komme aus einem Land, das um seine Freiheit kämpft. Und ich sage bewusst: um seine Freiheit. Nicht um sein Territorium. Nicht um Macht. Sondern um das Recht, selbst zu entscheiden, wie wir leben wollen.“ Dieser Krieg, erklärte Mariya Sharko, betreffe nicht nur ihr Land: „Er betrifft ganz Europa.“ Dabei stelle sich die Frage: „Darf ein Staat mit Gewalt Grenzen verschieben? Darf Macht über Recht stehen? Wenn die Antwort Ja lautet, dann ist kein Land wirklich sicher.“ Die Ukrainerinnen und Ukrainer verteidigen ihre Freiheit, betonte Mariya Sharko, die mit ihrer Familie seit vielen Jahren in Deutschland lebt, um zu ergänzen: „Aber wir verteidigen auch die Idee eines Europas, in dem Recht stärker ist als Gewalt.“

Dieser Aspekt wurde auch in den weiteren Redebeiträgen deutlich. Münsters Oberbürgermeister Tilman Fuchs verurteilte den verbrecherischen Angriffskrieg: „Er richtet sich nicht nur gegen die Ukraine, er richtet sich gegen die Menschlichkeit – gegen uns alle“, sagte Fuchs. Wie zuvor bereits Weihbischof Zekorn ließ auch der Oberbürgermeister keinen Zweifel an Münsters ungebrochener Solidarität für die Menschen in und aus der Ukraine: „Wir lassen Euch nicht allein.

Veranstalter der Kundgebung waren neben der Abteilung Weltkirche im Bistum Münster der Verein Ukrainische Sprache und Kultur in Münster sowie der Verein UAre Ukrainehilfe aus aller Welt.

Pfarrer Mykhailo Gutsuliak von der ukrainisch-katholischen Gemeinde in Münster sprach am Ende der Veranstaltung ein Gebet für die Gefallenen des Krieges.

Gudrun Niewöhner