Digitale Räume sind für Kinder und Jugendliche zentrale Orte sozialer Beziehungen, Selbstinszenierung und Kommunikation, und zugleich Orte, an denen sexualisierte Grenzverletzungen, Belästigungen und gezielte Anbahnung sexualisierter Gewalt stattfinden. Cybergrooming beschreibt dabei die Kontaktaufnahme und Manipulation Minderjähriger mit dem Ziel sexualisierter Gewalt und ist eingebettet in ein breites Spektrum mediatisierter sexualisierter Gewalt, das von grenzverletzender Anmache über Sextortion und das nicht-einvernehmliche Teilen intimer Inhalte bis hin zur Anbahnung schwerer Straftaten reicht.
Die Dynamiken verändern sich rasant: Soziale Medien, Gaming- und Livestreaming-Plattformen, Messenger-Dienste und zunehmend KI-basierte Anwendungen schaffen neue Möglichkeiten der Interaktion, aber auch neue Risiken, Manipulationsformen und Machtverhältnisse. Gleichzeitig verschieben sich rechtliche Rahmenbedingungen und die Debatten um die Verantwortung digitaler Anbieter.
Das Seminar beleuchtet aktuelle Entwicklungen und gesellschaftliche Herausforderungen rund um Cybergrooming und sexualisierte Gewalt im digitalen Raum. Im Mittelpunkt stehen Strategien von Tätern und Täterinnen und algorithmische Strukturen, Fragen des Kinder- und Jugendschutzes sowie Ansätze von Prävention, Medienkompetenz und Intervention. Thematisiert werden ebenso das Spannungsfeld zwischen Schutz und digitaler Teilhabe, die Abgrenzung von Jugendsexualität und sexualisierter Gewalt sowie inklusive Perspektiven und Empowerment-Ansätze. Daneben geht es um die eigene professionelle Haltung, um Handlungssicherheit im Verdachtsfall und um die Weiterentwicklung von Schutzkonzepten im digitalen Raum. Da sich das Themenfeld dynamisch entwickelt, bleibt bewusst Raum für aktuelle Diskurse, neue Phänomene und praxisbezogene Schwerpunktsetzungen der Teilnehmenden.
Zielgruppe Priester, Diakone, Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten
Credit Points 1
Referentinnen Annika Lange, Alexandra Sandmann
