Eine inklusiv orientierte Schule muss dafür einen Beitrag leisten, dass auch jüdische Schülerinnen und Schüler ohne Diskriminierung lernen können. Dafür braucht es eine religionssensible Schulkultur, die religiöse und weltanschauliche Unterschiede wahrnimmt, sowie eine antisemitismuskritische Bildung als fächerübergreifende Aufgabe. Der christliche und der islamische Religionsunterricht leisten hierzu wichtige Beiträge.
Der christliche Religionsunterricht kann insbesondere helfen, sich kritisch mit dem aus jüdischer Perspektive “vergifteten Erbe” (Julius Schoeps) auseinanderzusetzen. Wer die Geschichte antisemitischer Darstellungen in Kirchen sowie deren theologische Aufarbeitung nach der Schoa kennt, kann antisemitischen Denkmustern in Kirche und Gesellschaft bewusster entgegentreten.
Anhand regionaler Beispiele aus Münster und Osnabrück werden antisemitische Bild- und Textzeugnisse in und an Kirchen aus verschiedenen Epochen vorgestellt. Daran schließen sich Überlegungen an, wie diese Themen im Religionsunterricht im Sinne antisemitismuskritischer Bildung aufgegriffen werden können und welchen Beitrag die Fachschaften Religion zu einer religionssensiblen Schulkultur leisten können.
Bezug zum Referenzrahmen Schulqualität
2.4 Schülerorientierung und Umgang mit Heterogenität
3.1 Werte- und Normreflexion
3.2 Kultur des Umgangs miteinander
Referent
Dr. Winfried Verburg, Religionspädagoge und Exeget, Mitglied des Beraterkreises des Niedersächsischen Landesbeauftragten gegen Antisemitismus und für den Schutz jüdischen Lebens sowie Sprecher der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Osnabrück e.V., Osnabrück
Leitung
Marion Fromme
Claudia Huml
Ulrike Janßen

