Schwerer geistlicher Missbrauch führt zu tiefgreifenden existenziellen Erschütterungen der Seele. Betroffene leiden häufig unter Folgen, die dem Traumaspektrum zuzuordnen sind. Sie sind in besonderem Maße verletzlich, und die Regulierung ihrer Emotionen stellt oft eine große Herausforderung dar. Sie brauchen geschützte Räume, um das Erlebte einzuordnen und besser zu verstehen – auch auf spiritueller Ebene. Zum Beispiel: „Wo war Gott in alledem?“ oder „Was bleibt von meinem Glauben?“
Umso wichtiger sind kompetente und sensibilisierte Ansprechpersonen. Unachtsamkeit und Unwissenheit können zu Retraumatisierungen führen. Diese Schulung bietet eine Einführung in die komplexe Thematik.
Inhalte der Fortbildung
- Wiederholung der zwischenmenschlichen und spirituellen Dynamiken geistlichen Missbrauchs
- Grundhaltungen einer traumasensiblen Seelsorge und Begleitung
- Fallstricke im Umgang mit (spiritueller) Autorität in Begleitbeziehungen
- Reflexion möglicher Übertragungsprozesse in der Begleitung und der angemessenen Gestaltung von Nähe und Distanz
- Aufgaben von Anlaufstellen sowie Interventions- und Unterstützungsmöglichkeiten
Voraussetzungen
Teilnahme an einer Präventionsschulung zum Thema geistlicher bzw. spiritueller Missbrauch
Methoden
- Fachliche Impulse, abgestimmt auf das Vorwissen der Teilnehmenden
- Arbeit an praxisnahen Fallbeispielen
- Selbstreflexion und Austausch in Kleingruppen
Zielgruppe Priester, Diakone, Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten
Credit Points 1
Referentin Dr. Hannah Schulz
